Cheryl Kellong (links) hat auf Kickstarter 400'000 Dollar gesammelt, um Sportuhren herzustellen. © bia

Cheryl Kellong (links) hat auf Kickstarter 400'000 Dollar gesammelt, um Sportuhren herzustellen.

Beim Crowdfunding sind Frauen erfolgreicher

bbm / 27. Aug 2014 - Frauen kommen im Internet eher an Startkapital für ihre Unternehmensideen als Männer. Dies geht aus einer US-Studie hervor.

Ein Forschungsteam der New York University und der University of Pennsylvania hat 1250 Projekte analysiert, für deren Finanzierung Frauen und Männer auf der US-Crowdfunding-Plattform Kickstarter Startkapital suchten. Die analysierten Projekte wurden zwischen 2010 und 2012 online gestellt und mussten ein Finanzierungsziel von mindestens 5000 US-Dollar (4000 Euro, 4700 Franken) haben.

Zielvorgabe für Projekte

Auf Crowdfunding-Plattformen müssen Unternehmerinnen und Unternehmer einen Mindestbetrag festlegen, den sie mit der Geldsammlung erreichen wollen. Wenn dieser Betrag zusammen kommt, startet das Unternehmen. Anders als bei einer Finanzierung durch Risikokapital oder ein Bankdarlehen erhalten die Geldgeberinnen und -geber statt Anteile am Unternehmen oder Kreditrückzahlungen eine einmalige Gegenleistung, die realen oder ideellen Wert haben kann.

Grosse Kluft bei Technologie-Projekten

Laut der US-Studie ist Crowdfunding für Unternehmerinnen eine gute Möglichkeit, um ihre Ideen finanzieren zu können, berichtet das «Wallstreet Journal»: 37 Prozent der Projektideen von Frauen, aber nur 32 Prozent der Projektideen von Männern erreichten das vorgegebene Finanzierungsziel. Diese Kluft ist besonders gross im eigentlich männlichen Bereich der Technologie: 65 Prozent der Projektideen von Frauen erreichen ihr Finanzierungsziel, hingegen nur 30 Prozent der Projektideen von Männern. Das Forschungsteam erklärt diese Kluft einerseits damit, dass weniger als 10 Prozent der Projekte in diesem Bereich Frauen einreichen. Doch es fand auch heraus, dass Frauen, die andere Frauen über Crowdfunding fördern wollen, vor allem in Projekte im technologischen Bereich investieren. Die Studienleiter Jason Greenberg und Ethan Mollick ziehen daraus den Schluss, dass einflussreiche Frauen auf diese Weise gezielt Frauen in männerlastigen Industrien fördern wollen.

Traditionelle Investoren finanzieren Männer-Ideen

Traditionelle Investoren ziehen Unternehmensideen von Männern denjenigen von Frauen vor. Das zeigten drei Studien der US-Universitäten Harvard und Pennsylvania und dem Massachusetts Institute of Technology, die im Frühjahr veröffentlicht wurden. Die Forscherinnen sind zum Schluss gekommen, dass Kapitalgeber Frauen bei der Vergabe von Startkapital diskriminieren. Sogar wenn dieselbe Bewerbung potentiellen Investoren vorgelegt wird, sind die Chancen besser, wenn diese annehmen, dass die Projektidee von einem Mann kommt. Am erfolgreichsten sind gut aussehende Männer. Frauen hingegen haben es unabhängig von ihrem Aussehen schwieriger, auf diese Weise an Startkapital zu kommen.

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