Monika Rühl, neue Geschäftsleiterin von Economiesuisse, empfiehlt Unternehmen eine Mini-Frauenquote. © ES

Monika Rühl, neue Geschäftsleiterin von Economiesuisse, empfiehlt Unternehmen eine Mini-Frauenquote.

Frauenquote für Schweizer Firmen

fs / 15. Okt 2014 - An der Börse kotierte Schweizer Unternehmen sollen mindestens eine Frau im Aufsichtsgremium haben. Diese Mini-Frauenquote empfiehlt Economiesuisse.

Im überarbeiteten «Code of Best Practice» des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse heisst es neu: «Dem Verwaltungsrat sollen männliche und weibliche Mitglieder angehören.» Bisher empfahl Economiesuisse bloss eine «ausgewogene Zusammensetzung». Die Mini-Frauenquote für Aufsichtsgremien war laut der«Neuen Zürcher Zeitung» intern heftig umstritten. 60 Prozent aller kotierten Schweizer Unternehmen erfüllten sie nicht. Der Handlungsbedarf sei deshalb gross.

Erklärungszwang

Der Kodex hat Empfehlungscharakter und macht keine juristisch verbindlichen Vorgaben. Wer ihn nicht befolgt, muss sich jedoch erklären. «Wir haben keine Frau gefunden» wird laut Economiesuisse auf Dauer nicht als Erklärung genügen. Zudem könnten Aktionäre und Medien aufgrund der Vorgabe im Kodex Druck auf die Firmen ausüben. Eine gesetzliche Quotenregelung für die Aufsichtsgremien von Schweizer Firmen lehnt Economiesuisse ab.

Gesetzliche Frauenquote

Der Bundesrat (Regierung) wird demnächst die Revision zum Aktienrecht vorlegen. Der Vorentwurf des Justizdepartementes enthält eine Frauenquote von 30 Prozent für die Verwaltungsräte börsenkotierter Unternehmen. Ob es dafür in der Regierung und allenfalls später im Parlament eine Mehrheit gibt, gilt als unsicher. Für die Aufsichtsgremien bundesnaher Betriebe wie Post und Swisscom hat sich die Regierung letztes Jahr verpflichtet, bis 2020 einen Frauenanteil von 30 Prozent zu erreichen. Diese Selbstverpflichtung betrifft Verwaltungsratsmitglieder, die vom Bundesrat gewählt werden.

In Deutschland schlägt ein Gesetzesentwurf von Frauenministerin Manuela Schwesig und Justizminister Heiko Maas (beide SPD) eine Frauenquote von 30 Prozent für die Aufsichtsgremien (Aufsichtsräte) grosser börsennotierter Unternehmen vor.

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keine

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