Vorurteile gegenüber Frauen in der Technologiebranche sind verbreitet. © MG

Vorurteile gegenüber Frauen in der Technologiebranche sind verbreitet.

Google sagt Treffen zu Anti-Frauen-Text ab

fs / 25. Aug 2017 - Google musste eine interne Veranstaltung über den frauenfeindlichen Text eines Mitarbeiters absagen. Rechtsradikale hatten Kritikerinnen und Kritiker bedroht.

Der Software-Entwickler James Damore hat Google-intern die These verbreitet, dass Frauen aus biologischen Gründen für die Arbeit in der IT-Branche weniger geeignet sind als Männer. Es sei deshalb ein Fehler, dass Google über Förderprogramme mehr Frauen in das Unternehmen bringen wolle. Bei Google sei eine offene Diskussion über dieses Thema nicht möglich. Abweichende «konservative Meinungen» seien nicht erwünscht. Diese These löste wütende Proteste von heutigen und ehemaligen Google-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern aus.

Täter wird zum Opfer

Google-Chef Sundar Pichai entliess Damore. Er habe gegen interne Verhaltensregeln verstossen. Der Geschasste gab darauf rechtsradikalen Online-Plattformen Interviews. Diese machten aus Damore ein Opfer der «liberalen Ideologie» im Silicon Valley. «Gefeuert, weil die Wahrheit gesagt wurde», hiess es beispielsweise auf Twitter. Der bekanntermassen frauenfeindliche Wikileaks-Gründer Julian Assange bot ihm einen Job an.

Rechtsradikale attackieren Kritikerinnen

Google-Chef Sundar Pichai wollte in der grossen «Google Town Hall» mit der Belegschaft über Frauenförderung und Gleichstellung diskutieren. Doch rechtsradikale Internetforen hatten Meinungsbeiträge aus internen Google-Foren veröffentlicht, darunter auch die Namen einiger Kritikerinnen und Kritiker des frauenfeindlichen Textes. Hunderte schrieben darunter herabwürdigende Kommentare und bedrohten die Google-Angestellten, berichtet die Fachzeitschrift «Wired». Andere fürchteten deshalb um ihre Sicherheit, wenn sie am geplanten Google-Treffen den frauenfeindlichen Text kritisieren. Sundar Pichai sagte die Veranstaltung deshalb ab. Der Google-Chef kündigte an, sie durch kleinere Treffen zu ersetzen, damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Meinung offen und in einem sicheren Umfeld äussern können.

Frauen in der Minderheit

Der Frauenanteil bei Google liegt nach Angaben des Konzerns weltweit bei 31 Prozent. Unter den Technikerinnen und Technikern beträgt er nur 20 Prozent. In «leadership»-Positionen gibt Google den Frauenanteil mit 25 Prozent an. Das US-Arbeitsministerium hat Google wegen tieferer Frauenlöhne für die gleiche Arbeit verklagt. Doch der Suchmaschinenbetreiber will Lohndaten nicht herausgeben. Das verletze die Privatsphäre der Angestellten. Google führt Aufträge des Bundes aus und ist deshalb gegenüber dem Arbeitsministerium zur Lohntransparenz verpflichtet.

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