Der Lohnunterschied ist in Estland, Deutschland, Österreich und Tschechien am grössten. © Eurostat

Der Lohnunterschied ist in Estland, Deutschland, Österreich und Tschechien am grössten.

Lohnkluft wird langsam kleiner

fs / 16. Mär 2015 - In der EU verdienen Frauen noch immer durchschnittlich 16,4 Prozent weniger als Männer. Die Lohnkluft wird jedoch langsam kleiner.

Das geht aus den neusten Zahlen von Eurostat hervor. Sie vergleichen standardisierte durchschnittliche Bruttostundenlöhne in der Privatwirtschaft – unabhängig der ausgeübten Berufe. Danach ist der durchschnittliche Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern von 17,3 Prozent im Jahr 2008 auf 16,4 Prozent im Jahr 2013 gesunken.

Spitzenreiter ist Slowenien

Die geringsten Unterschiede beim Bruttostundenverdienst gab es 2013 in Slowenien (3,2 Prozent), Malta (5,1 Prozent), Polen (6,4 Prozent) und Italien (7,3 Prozent). Am grössten ist der Lohnunterschied in Estland mit fast 30 Prozent und in Österreich mit 23 Prozent. Fast so gross ist die Lohnkluft in Deutschland (21,6 Prozent). Frauenministerin Manuela Schwesig (SPD) plant nun ein «Entgeltgleichheitsgesetz». Danach sollen Frauen für gleiche oder gleichwertige Arbeit das Recht auf gleiche Bezahlung wie Männer erhalten.

Grösste Veränderung in Litauen

Im Vergleich zum Jahr 2008 ist die Lohnkluft in fast allen Ländern kleiner geworden, schreibt Eurostat. In Litauen sank sie um acht Prozent (von 21,6 auf 13.3 Prozent). Es folgen Polen (minus 5 Prozent), Tschechien und Malta (je minus 4 Prozent).

Grösser geworden ist die Lohnkluft in neun Ländern. Am grössten ist der Anstieg in Portugal mit fast vier Prozent (von 9 auf 13 Prozent).

Lohnkluft stagniert

In der Schweiz ist die Lohnkluft in der Privatwirtschaft nach einem Rückgang zwischen 2008 und 2010 (von 19,4 auf 18,4 Prozent) wieder auf über 19 Prozent angestiegen. Das Bundesamt für Statistik vergleicht den Medianwert des monatlichen Bruttolohns. Der Medianlohn gibt an, dass die eine Hälfte der Beschäftigten mehr und die andere Hälfte weniger verdient. Im Unterschied zur reinen Durchschnittsberechnung eliminiert er den Einfluss extrem hoher und extrem tiefer Löhne. Medianwert und Durchschnittswert können deshalb auseinanderklaffen.

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Eine Meinung

Die deutsche Frauenministerin Manuela Schwesig (SPD) hat mit ihren Voten in der Gesprächsrunde mit Günther Jauch ein deutliches Zeichen gesetzt. Wo bleiben solch klare Stimmen bei uns in der Schweiz? Wir Frauen sind in den Medien immer noch viel zu wenig vertreten um unsere Anliegen mit Nachdruck vertreten zu können.
Christa Stahel
iff-forum für frauen
St. Galln und Zürich
Christa Stahel, am 26. März 2015 um 14:05 Uhr

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