Immer mehr Veranstalter zahlen Frauen gleich viel Preisgeld wie Männern. © BBC

Immer mehr Veranstalter zahlen Frauen gleich viel Preisgeld wie Männern.

Preisgelder für Sportlerinnen gestiegen

fs / 16. Jan 2015 - Bei immer mehr Sportarten erhalten Frauen gleich viel Preisgeld wie Männer. Dies zeigt ein Vergleich der BBC von 56 Sportarten.

Bei 35 der 56 analysierten Sportarten wird bei internationalen Turnieren, Weltmeisterschaften und anderen Veranstaltungen ein Preisgeld bezahlt. An solchen Anlässen erhalten Frauen bei 25 dieser 35 Sportarten – und damit der Mehrheit – gleiche Prämien. Dazu gehören Leichtathletik, Tennis und Volleyball.

Pionierinnen

1973 erhielten Frauen erstmals in einer Sportart die gleichen Prämien wie die Männer. Anlass war das US-Open im Tennis. Laut Stacey Allaster, Geschäftsführerin der «Women’s Tennis Association WTA», hatten die prominente US-amerikanische Tennisspielerin Billie Jean King und andere Spielerinnen zuvor gleiche Prämien verlangt: «Es war das Engagement dieser Athletinnen für Gerechtigkeit, das zum Umdenken auch in der öffentlichen Meinung führte.» Andere Sportanlässe anderer Sportarten folgten und zahlen mittlerweile Frauen gleich hohe Prämien wie Männern.

Grosser Unterschied im Fussball

Bei zehn Sportarten erhalten Männer immer noch höhere Preisgelder als Frauen. Die grössten Unterschiede hat die BBC im Fussball, Golf und beim Kricket festgestellt. So werden beispielsweise bei Fussball-Weltmeisterschaften unter den Männer-Teams Prämien in der Höhe von 22 Millionen Pfund (28 Millionen Euro, 34 Millionen Franken) verteilt. Unter den Frauen-Teams sind es lediglich 630’000 Pfund (850’000 Euro, 1 Million Franken). Kelly Simmons von der englischen «Football Association» sagte der BBC, Männer-Fussball sei eine millionenschwere Industrie. Frauen-Fussball hingegen hätten bis vor kurzem Amateurinnen gespielt. Der Verband investiere viel Geld in den Frauen-Fussball. Prioritär seien dabei aber nicht die Preisgelder.

Sponsoren und Medien in der Pflicht

Die unterschiedlichen Prämien bei Profi-Golfturnieren hält Ivan Peter Khodabakhsh, Geschäftsführer der Ladies European Tour, für ungerechtfertigt. Die Leistungen von Frauen und Männern seien im Golf vergleichbar. Es sei eine grosse Anstrengung von Verbänden und Medien erforderlich, um die Preisgelder anzugleichen. Die britische Sportministerin Helen Grant sieht die Sponsoren und die Medien in der Pflicht: «Wir wissen, dass Frauensport sehr spannend ist, wir wissen, dass er ein grosses Publikum erreichen kann, aber dafür braucht es mehr Medienberichterstattung und mehr wirtschaftliche Investitionen.»

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