Charlotte Proudman akzeptiert sexistische Kommentare auf LinkedIn nicht. © Channel 4

Charlotte Proudman akzeptiert sexistische Kommentare auf LinkedIn nicht.

Sexistische Kommentare auf LinkedIn angeprangert

bbm / 05. Okt 2015 - Auf dem Berufs-Portal werden Profilbilder von Frauen oft kommentiert. Wer sich wehrt, wird verunglimpft.

Die 27-jährige Anwältin Charlotte Proudman hat sich auf LinkedIn angemeldet, um ihre Karriere voranzutreiben. Das Berufs-Portal dient eigentlich der Pflege von Geschäftsbeziehungen. Stattdessen kommentierte der 57-jährige Anwalt Alexander Carter-Silk das Profilbild von Proudman als «atemberaubend».

Sexistische Kommentare veröffentlicht

Auf Twitter veröffentlichte Proudman den Gesprächsverlauf. Danach schrieb Carter-Silk auf LinkedIn, «wahrscheinlich horrend politisch inkorrekt» zu sein. Doch Proudman gewinne den Preis für das beste LinkedIn-Profilbild, das er je gesehen habe. Proudman antwortete, dieser Kommentar sei beleidigend. Sie sei aus beruflichen Gründen auf LinkedIn und wolle nicht von Männern aufgrund ihres Aussehens beurteilt werden. Nachdem die junge Anwältin den Gesprächsverlauf auf Twitter veröffentlicht hatte, wurde sie als «Feminazi» verunglimpft und erhielt auch Morddrohungen.

Kontrolle der Frauen

Diese Art von Sexismus öffentlich zu machen sei wichtiger als das Recht von Carter-Silk auf Privatsphäre, sagte Proudman im «Daily Mail». Die Erotisierung sei ein Mittel, um Frauen unter Kontrolle zu halten. «Damit werden fachliche Fähigkeiten nebensächlich, während die physische Erscheinung zum Hauptmerkmal wird.» Das sei inakzeptabel. Sie hoffe, andere Frauen zu ermutigen, dies auch nicht zu akzeptieren.

Dating- statt Berufs-Webseite

Zahlreiche Frauen berichteten auf Twitter von ähnlichen Erfahrungen mit LinkedIn. Viele der Botschaften von Männern gehörten eher auf eine Dating- als auf eine Berufs-Webseite schreibt der «Daily Mail». Die Juristin Mandeer Kataria schrieb auf Twitter: «Ich habe mein LinkedIn-Profilbild gegen ein hässlicheres ausgetauscht, um von weniger unangenehmen Männern hinzugefügt oder kontaktiert zu werden.» Nachdem sie ein weniger attraktives Bild hochgeladen habe, seien die unerwünschten Nachrichten zurückgegangen.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Neben den Abonnements-Einnahmen machen dies Spenden möglich. Spenden Sie 10 CHF per SMS mit dem Keyword FrauenSicht 10 an 9889 («FrauenSicht 10» an 9889).
Grössere Beträge mit Kreditkarte oder via PayPal:

Mit Kreditkarte oder Paypal - oder direkt aufs Spendenkonto
CH72 0900 0000 8001 5320 8 (CHF)
DE35 7001 0080 0058 5958 07 (Euro)
BIC: PBNKDEFF

Noch keine Meinungen

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein, um Ihre Meinung zu äussern. Wir möchten Missbräuche anonymer User möglichst vermeiden. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern.