Karin Bergmann übernimmt als erste Frau das Burgtheater in dessen grösster Krise. © BR

Karin Bergmann übernimmt als erste Frau das Burgtheater in dessen grösster Krise.

Stress: Frauen entscheiden besser

bbm / 04. Nov 2014 - Frauen fällen unter Druck weniger riskante Entscheide als Männer. Für Unternehmen ist dies ein Vorteil.

In Österreich übernimmt Karin Bergmann als erste Frau die Leitung des renommierten Wiener Burgtheaters, das in der grössten Krise seiner Geschichte steckt. Die neue Burg-Direktorin ist nicht die erste Frau, die an die Spitze eines kriselnden Unternehmens berufen wird. So sollen in den USA Mary T. Barra General Motors und Marissa Mayer Yahoo retten. In Deutschland wurde Manuela Better Vorstandsvorsitzende der Hypo Real Estate, die der Staat zuvor mit Steuergeldern vor dem Konkurs retten musste. In Island hat die Regierung nach dem Zusammenbruch des Bankensektors 2008 Elin Sigfusdottir und Birna Einarsdottir an die Spitzen der verstaatlichten Grossbanken New Landsbanki und New Glitnir berufen.

Frauen suchen sichere Erfolge

Die Wahl einer Frau an die Spitze eines Unternehmens ist ein guter Entscheid, schreibt die Psychologin Theres Houston von der Seattle University in der «New York Times». Sie begründet dies mit den Erkenntnissen zahlreicher neurologischer Studien. Danach ist das Risikoverhalten von Frauen und Männern unter normalen Umständen ähnlich. In Stresssituationen hingegen verhalten sich Männer riskanter. Sie tun dies auch, wenn die Kosten für einen grossen Gewinn hoch und die Erfolgsaussichten gering sind. Frauen hingegen suchen in Stresssituationen kleinere, aber sichere Erfolge.

Stresshormon Cortisol

Für die Neurowissenschaft ist das Stresshormon Cortisol ein wichtiger Grund für das unterschiedliche Verhalten. Laut einer Studie der niederländischen Radboud Universität Nijmegen steigt unter Stress das Cortisol bei Männern stärker an als bei Frauen. Bei den Männern führe dies zu riskanteren Entscheidungen.

Höhere Gewinne mit Frauen

Die Erkenntnisse wissenschaftlicher Experimente hätten auch in der realen Welt Gültigkeit, schreibt Theres Houston. Sie verweist auf eine Studie der Credit Suisse. Danach haben sich die Aktienkurse grosser Unternehmen mit mindestens einer Frau im Aufsichtsrat (Verwaltungsrat) seit der Finanzkrise durchschnittlich besser entwickelt als die Aktienkurse vergleichbarer Firmen ohne Frauen im Aufsichtsgremium. Das «Credit Suisse Research Institute» hat dafür die Aktienkurse in der Zeit von 2005 bis 2011 von fast 2400 Unternehmen untersucht, die im «MSCI AC World Index» vertreten sind. Das ist weltweit einer der wichtigsten Aktienindizes, der die Entwicklung von Aktien widerspiegelt. Die Differenz des Aktienkurses zwischen Aufsichtsgremien mit mindestens einer Frau und frauenlosen Aufsichtsgremien betrug bei Unternehmen mit einem Börsenwert von mindestens 10 Milliarden Dollar 26 Prozent.

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