Die meisten Models beginnen ihre Karriere als Minderjährige © Lynda Sanches/flickr/cc

Die meisten Models beginnen ihre Karriere als Minderjährige

USA: Neues Gesetz schützt minderjährige Models

fs / 15. Jul 2013 - Models starten ihre Karriere meist als Minderjährige. Doch häufig werden sie von Agenturen ausgebeutet. Das soll sich ändern.

Im US-Bundesstaat New York erhalten Models, die unter 18 Jahre alt sind, die gleichen Rechte wie minderjährige Schauspielerinnen, Tänzerinnen, Musikerinnen und Sängerinnen. Ein entsprechendes Gesetz hat das Parlament abschliessend beschlossen. Es soll der Ausbeutung minderjähriger Models einen Riegel schieben.

So müssen Arbeitgebende neu beim Arbeitsministerium eine Bewilligung einholen, wenn sie eine Minderjährige beschäftigen wollen. Ein Teil des Lohnes muss auf ein Sperrkonto bezahlt werden. Die Arbeitszeit ist begrenzt und Ruhephasen sind vorgeschrieben. An Foto-Shootings muss eine erwachsene Begleitperson anwesend sein. Für Nacktbilder braucht es eine schriftliche Einverständniserklärung. Die Mädchen müssen Zugang zu Essen haben. Wenn ein minderjähriges Model mehr als drei Tage in der Schule fehlt, muss die Agentur für Privatunterricht sorgen. Arbeitgebende, die gegen die Auflagen verstossen, müssen mit Geldbussen von 1000 bis 3000 US-Dollar (820 bis 2500 Euro, 1000 bis 3000 Franken) rechnen.

Die Mädchen stehen unter grossem Druck

Die meisten Models beginnen ihre Karriere als Minderjährige, schreibt die «New York Times». Brancheninterne Aufrufe, keine unter 16-Jährigen zu beschäftigen, würden die Designer zwar mehrheitlich befolgen. Die Arbeitsbedingungen für Minderjährige hätten sich aber nicht grundlegend gebessert.

Sara Ziff, ehemaliges Model und Gründerin der Interessenorganisation «Model-Allianz», spricht von einem grossen Druck auf minderjährige Models: «Ich weiss aus eigener Erfahrung, wie Models unter Druck gesetzt werden die Schule abzubrechen oder nicht altersgerechte Fotos zu machen.» Das nun verabschiedete Gesetz ist ein grosser Erfolg für die «Model-Allianz», die vorgeschlagen hatte, minderjährige Models arbeitsrechtlich mit Minderjährigen in der Unterhaltungsindustrie gleichzustellen. Sara Ziff: «Wir von der Model-Allianz glauben daran, dass kein Kind seine Erziehung, Gesundheit oder finanzielle Sicherheit opfern sollte, um eine Karriere als Model machen zu können.»

Für Designer und Model-Agenturen werden minderjährige Models wegen des administrativen Aufwandes nun teurer. Arbeitgebende könnten das Gesetz umgehen, indem sie in einem anderen Bundesstaat arbeiten. Sara Ziff geht jedoch davon aus, dass Designer und Model-Agenturen in New York nun weniger minderjährige Models engagieren werden. Dies könnte die Branche verändern. Mode-Bloggerin Amy Odell: «Der umstrittene sehr junge und sehr dünne Look, für den die Industrie bekannt ist, könnte sich endlich ändern.»

Letztes Jahr haben die Chefredaktorinnen der weltweit 19 Ausgaben der Modezeitschrift «Vogue» beschlossen, keine Models mehr zu beschäftigen, die unter 16 Jahre alt sind. Im Rahmen eines Mentorinnenprogramms sollen erfahrene Models jüngere Kolleginnen beraten

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

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