Vaterrolle beeinflusst Berufswünsche der Töchter

fs / 26. Sep 2014 - Töchter von Vätern, welche Hausarbeit erledigen, haben eher einen Männerberuf als Berufswunsch. Die Berufswahl der Söhne beeinflussen solche Väter nicht.

Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die ein Forschungsteam der kanadischen University of British Columbia in der Fachzeitschrift «Psychological Science» veröffentlicht hat. Für die Studie hat das Forschungsteam 326 Mädchen und Jungen im Alter von 7 bis 13 Jahren und deren Eltern befragt.

Verhalten entscheidend

Töchter von Vätern, die das traditionelle Rollenbild leben und die Hausarbeiten weitgehend der Frau überlassen, tendieren eher zu klassischen Frauenberufen, die schlechter bezahlt sind und weniger Karrierechancen bieten. Töchter von Vätern mit einem egalitären Rollenbild hingegen nennen als Berufswünsche eher Männerberufe, die besser entlöhnt sind und bessere Karrierechancen versprechen. Entscheidend ist laut der Studie das konkrete Handeln des Vaters. Wenn der Vater nur verbal ein egalitäres Rollenbild vertritt, aber keine Hausarbeit übernimmt, tendieren die Töchter eher zu klassischen Frauenberufen.

Einfluss auf Töchter

Studienleiterin Alyssa Croft: «Diese Studie ist wichtig, weil sie zeigt, dass die Gleichberechtigung zu Hause ein Weg sein kann, um junge Frauen zu ermuntern, andere berufliche Wege einzuschlagen.» Väter, die im Haushalt mithelfen, würden den Töchtern signalisieren, dass sie später in ihrem Leben Zeit in ihre Karriere investieren können, wenn ein künftiger Partner daheim Hausarbeit übernimmt.

Kein Einfluss auf Söhne

Die Berufswünsche von Jungen beeinflusst ein gleichberechtigtes Rollenverhalten des Vaters hingegen kaum. Söhne von Vätern, die Hausarbeit übernehmen, wollen deshalb nicht vermehrt traditionelle Frauenberufe wählen. Das Forschungsteam erklärt diese unterschiedliche Wirkung unter anderem damit, dass Mädchen in diesem Alter ihr Verhalten leichter anpassen. Die Jungen seien weniger «formbar», weil die männlichen Rollenklischees unflexibler seien als die weiblichen. Für Markus Theunert, Präsident des Männerverbandes «Männer.ch», spielen auch das geringe gesellschaftliche Ansehen und die schlechte Entlöhnung von typischen Frauenberufen eine wichtige Rolle. Diese seien deshalb für Jungen wenig attraktiv, sagte er gegenüber «20 Minuten».

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keine

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Eine Meinung

Das ist ja sehr interessant. Außerdem wird Hausarbeit vielleicht immer noch als minderwertig eingestuft, auch unbewusst in der Töchtergeneration, wenn die Väter den Haushalt nicht wirklich gern machen und dadurch aufwerten. Aber das bezweifle ich in den meisten Fällen.
Doris Digeser, am 12. Oktober 2014 um 15:22 Uhr

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