Nach dem Amtsantritt von Edeltraud Hanappi-Egger werden Frauen 7 der 22 Universitäten leiten. © WU

Nach dem Amtsantritt von Edeltraud Hanappi-Egger werden Frauen 7 der 22 Universitäten leiten.

Erfolgreiche Quote an Universitäten

fs / 16. Mär 2015 - In Österreich haben sich die Karrierechancen für Frauen an öffentlichen Universitäten stark verbessert. Als Hauptgrund gilt eine Quote für die Leitungsgremien.

In den Universitätsräten liegt der Frauenanteil bei 50 Prozent, in den Rektoraten (Rektorinnen und Vizerektorinnen) bei 43 Prozent, in den Berufungskommissionen bei 42 Prozent, in den Habilitationskommissionen bei 38 und in den Senaten bei 42 Prozent. Dies geht aus Zahlen des Wissenschaftsministeriums zu den öffentlichen Universitäten hervor. Von den derzeit 22 Rektorinnen und Rektoren werden nach dem Amtsantritt von Edeltraud Hanappi-Egger als Rektorin der Wirtschaftsuniversität Wien sieben Frauen sein (32 Prozent). Anfang 2007 gab es noch keine einzige Rektorin.

Quote für Nominationen

Für die universitären Kollegialorgane ist seit 2009 eine Frauenquote von 40 Prozent in Kraft. Sie wurde Anfang dieses Jahres auf 50 Prozent erhöht. Die Quote gilt für Gremien, deren Mitglieder nominiert werden: Rektorate, Universitätsräte, Berufungs- und Habilitationskommissionen. Für gewählte Gremien wie die Senate gilt die Quote für die Listen der wahlwerbenden Gruppen. Die Arbeitskreise für Gleichbehandlungsfragen der Universitäten überwachen, ob die Universitäten die Quote einhalten. Im Konfliktfall können sie verlangen, dass ein Gremium anders zusammengesetzt wird. Allein diese Sanktionsmöglichkeit habe den Druck auf die Universitäten stark erhöht, sagte Angela Wroblewski vom «Institut für Höhere Studien (IHS)» im ORF: «Ich denke nicht, dass Frauen ohne Quotenregelung in diesem Ausmass in Leitungsfunktionen vertreten wären. Diese Regelung hat Zähne.»

Mehr Professorinnen

Für die Berufung von Professorinnen gilt die Quote nicht. Der höhere Frauenanteil in den Wahl- und Berufungsgremien soll jedoch dazu führen, dass mehr Frauen berücksichtig werden. Laut dem «Glass-Ceiling-Index» des Wissenschaftsministeriums ist dies tatsächlich der Fall, berichtet der «Standard». Für den Index wird der Professorinnenanteil einer Universität in Relation zum Frauenanteil des gesamten wissenschaftlichen Stammpersonals gesetzt. Ein Wert von 1 heisst, dass die Aufstiegschancen von Frauen und Männern auf eine Professur gleich sind. Anfang 2014 betrug der Wert an allen Universitäten in Österreich durchschnittlich 0,65. 2005 lag er erst bei 0,5. Die besten Chancen auf eine Professur haben gemäss dem Index Frauen an der Akademie für bildende Künste (0,97), der Universität für angewandte Kunst (0,94) und an der Universität Klagenfurt (0,74). Am schlechtesten sind die Chancen auf eine Professur für Frauen an der Veterinärmedizinischen Universität Wien (0,38) und an der Montan-Universität Leoben (0,16).

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