Lise-Meitner-Denkmal im Ehrenhof der Humboldt-Universität. © HU

Lise-Meitner-Denkmal im Ehrenhof der Humboldt-Universität.

Erstes Denkmal für Naturwissenschaftlerin in Deutschland

fs / 21. Jul 2014 - Die Berliner Humboldt-Universität ehrt die Kernphysikerin Lise Meitner mit einem Denkmal. Ihre Erkenntnisse gelten als bahnbrechend.

Die Bronzefigur der Berliner Bildhauerin Anna Franziska Schwarzbach ist nach Angaben der Humboldt-Universität das erste Denkmal für eine Wissenschaftlerin in Deutschland. Es steht im Ehrenhof der Humboldt-Universität im Kreis der Büsten des Physikers Max Planck, des Historikers Theodor Mommsen und des Physiologen und Physikers Hermann von Helmholtz.

Experimente im Keller

Lise Meitner (1878-1968) promovierte als eine der ersten Frauen 1906 in Wien. Sie wechselte 1907 nach Berlin. Dort traf sie auf den Chemiker Otto Hahn, mit dem sie die folgenden Jahrzehnte zusammenarbeitete. Ihre Experimente musste sie vorerst im Keller der Universität durchführen, weil sie als Frau nicht in die Experimentierräume der Universität durfte. Dieses Verbot fiel 1909, als Preussen Frauen zum Studium zuliess.

Erste Physikerin

Die jetzt geehrte Lise Meitner habilitierte 1922 als erste Physikerin in Deutschland. 1926 wurde sie erste Professorin an der Berliner Universität. Wegen ihrer jüdischen Abstammung verlor sie1933 die Lehrbefugnis. 1938 ging sie ins Exil nach Schweden.1939 lieferte sie mit ihrem Neffen Otto Frisch die theoretische Erklärung für die Kernspaltung, die Otto Hahn und dessen Assistent Fritz Strassmann kurz zuvor entdeckt hatten. Lise Meitner gilt als eine der bedeutendsten Naturwissenschaftlerinnen des 20. Jahrhunderts. Ihre Forschungen und Erkenntnisse prägten die Physik.

Nobelpreise für Männer

Grosse Teile ihrer bahnbrechenden Entdeckungen konnte Lise Meitner wegen ihrer jüdischen Herkunft nicht unter ihrem Namen publizieren. Bei der Vergabe der Nobelpreise für Physik und Chemie ging sie deshalb stets leer aus. Zwischen 1939 und 1945 war sie zwar neunmal nominiert. Die Preise gingen jedoch an männliche Kollegen. So erhielt Otto Hahn 1944 den Nobelpreis für Chemie. Der Einfluss von Lise Meitner sei kleingeredet oder geleugnet worden, schreibt ihre Biografin Ruth Sime.

In Österreich soll Lise Meitner im kommenden Jahr ebenfalls geehrt werden, berichtet der «Standard». Im Rahmen der 650-Jahre-Feier der Universität Wien soll eine Büste der Kernphysikerin enthüllt werden.

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