Afghanische Politikerin erhält Asiens «Nobelpreis»

fs / 18. Okt 2013 - Die einzige Gouverneurin Afghanistans, Habiba Sarabi, hat den renommierten «Ramon Magsaysay Preis» erhalten.

Sie habe als Gouverneurin der Provinz Bamiyan in einem schwierigen Umfeld eine funktionierende Provinz-Regierung aufgebaut und fördere Bildung und Frauenrechte, heisst es in der Begründung. Der Preis wird in Erinnerung an den 1957 verunglückten philippinischen Präsidenten Ramon Magsaysay vergeben. Er gilt als «asiatischer Nobelpreis» und ist mit 50’000 US-Dollar (39’000 Euro, 47’000 Franken) dotiert.

Habiba Sarabi regiert seit acht Jahren die Provinz Bamiyan. Sie ist landesweit die erste und bisher einzige Frau in einem solchen Amt. Sie habe in einem männerdominierten Gesellschaft die Situation der Frauen deutlich verbessert, heisst es in der Laudatio. «Angesichts weit verbreiteter Widerstände in Afghanistan gegenüber Frauen in öffentlichen Ämtern sind ihr Mut und ihre Entschlossenheit ausserordentlich.»

Als Lehrerin im Untergrund

Habiba Sarabi stammt aus der Mittelschicht. Die Geschlechtertrennung prägte ihre Kindheit. «Schon als Kind fragte ich mich, warum es diese Trennung zwischen Mann und Frau gibt. Warum Frauen darum kämpfen müssen, eine gleichwertige Chance zu bekommen.» Habiba Sarabi studierte Pharmazie. Als die Taliban Afghanistan beherrschten, lebte sie im Exil in Pakistan und unterrichtete in afghanischen Flüchtlingslagern Mädchen. Sie kehrte regelmässig heimlich nach Afghanistan zurück und arbeitete im Untergrund als Lehrerin für Mädchen.

Gouverneurin der Provinz Bamiyan

Nach dem Fall des Taliban-Regimes wurde sie 2003 Frauenministerin. Zwei Jahre später ernannte sie Präsident Hamid Karzai zur Gouverneurin der Provinz Bamiyan. Bamiyan ist die einzige Provinz, in der die Nachkommen mongolischer Einwanderer in der Mehrheit sind. Zum nomadisch-mongolischen Erbe gehört, dass die Stellung der Frau besser ist, als in anderen Volksgruppen, berichtet die «Deutsche Welle». Deswegen gelte die Provinz als vergleichsweise liberal. Habiba Sarabi: «Die Menschen in Bamiyan haben mich nicht abgelehnt, obwohl ich eine Frau bin. Sie waren glücklich und froh, dass keine Kriegsherren mehr über sie herrschen sollten.» Die Provinz war berühmt für ihre riesigen Buddha-Statuen aus dem 6. Jahrhundert, welche die Taliban 2001 zerstörten.

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