Die neue Barbie sei «so scharf», sagt der Junge im Video-Clip. © cc

Die neue Barbie sei «so scharf», sagt der Junge im Video-Clip.

«Barbie Boy» bricht Geschlechterklischees

fs / 04. Dez 2015 - Erstmals wirbt ein Junge für eine Barbie-Puppe. Eine Trendwende ist dies jedoch nicht.

Im Werbespot für eine neue Barbie-Puppe ist zum ersten Mal in fast 60 Jahren ein Junge zu sehen. Die Moschino-Barbie sei «so scharf», sagt der blonde Junge mit Irokesen-Schnitt und Augenzwinkern. Die neue Barbie ist in Zusammenarbeit mit dem italienischen Modehaus Moschino entstanden. Die limitierte Sonderausgabe war bereits am ersten Verkaufstag ausverkauft.

Konzept von Moschino

Konzipiert hat den Werbespot nicht der Barbie-Hersteller Mattel, sondern Moschino. Der Videoclip wurde auf der YouTube-Seite des Modehauses und nicht auf der YouTube-Seite des Herstellers aufgeschaltet. Er wurde rasch millionenfach angeklickt. Im Netz heisst der Junge nun «Barbie Boy». Barbie-Hersteller Mattel sagte gegenüber der BBC, der Werbespot sei ein «Fauxmercial», also ein Werbespot, der nicht dem Werbe-Konzept des Unternehmens entspricht.

Barbie-Fan schon als Junge

Die Idee dafür hatte laut Mattel der Kreativdirektor von Moschino, Jeremy Scott. Dieser sagte, der Werbe-Clip sei eine Parodie auf die Barbie-Werbung der 80-er Jahre. Er habe damals als kleiner Junge mit Barbie gespielt. Die Puppe sei für ihn nicht nur ein Spielzeug gewesen, sondern eine Muse. Der Junge im Werbe-Clip sei repräsentativ für alle kleinen Jungen, die damals mit Barbie-Puppen gespielt haben.

Kritik an stereotypem Frauenbild

Mattel wird seit Jahren für die extrem dünne Barbie kritisiert. Diese fördere ein stereotypes Frauenbild und vermittle Mädchen ein ungesundes Körperbild. Mattel weist die Kritik regelmässig ab. Mädchen würden verstehen, dass Barbie ein Spielzeug sei und deshalb nicht nach den Proportionen einer echten Frau geformt werde.

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keine

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