Christine Lagarde ermuntert Angela Merkel, sich als Feministin zu bekennen. © N24

Christine Lagarde ermuntert Angela Merkel, sich als Feministin zu bekennen.

Christine Lagarde: «Ich bin Feministin!»

fs / 04. Mai 2017 - Die IWF-Chefin hat mit Begeisterung offenbart, Feministin zu sein. Nicht allen mächtigen Frauen fällt dieses Bekenntnis so leicht.

Am Podium des Frauengipfels «Women20 Summit» von Ende April in Berlin fragte Moderatorin Miriam Meckel die Teilnehmerinnen, ob sie Feministin seien. Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds IWF, und die kanadische Aussenministerin Chrystia Freeland sagten beide sofort klar Ja. Ivanka Trump, Tochter des US-Präsidenten Donald Trump, sagte: «Ich betrachte mich als Feministin. Ich glaube an die Gleichberechtigung der Geschlechter.».

Angela Merkel: «Dann bin ich es auch»

Bundeskanzlerin Angela Merkel hingegen zögerte und formulierte danach komplizierte Sätze. Schliesslich sagte sie diplomatisch, sie sehe «Gemeinsamkeiten und Unterschiede». Sie wolle sich jedenfalls nicht mit einem Titel schmücken,

Bundeskanzlerin Angela Merkel zögert mit ihrer Antwort auf die Frage, ob sie Feministin sei (© N24).

den sie nicht habe. Andere wie beispielsweise Emma-Herausgeberin Alice Schwarzer hätten härter für Frauenrechte gekämpft. Erst als die niederländische Königin Maxima eine Feministin definierte als Frau, die für «gleiche Rechte und Wahlfreiheit für Frauen» eintritt, sagte Merkel: «Ok, dann bin ich es auch.» Deutsche Medien kommentierten, Angela Merkel habe aus Rücksicht auf ihre konservative Wählerschaft so gezögert.

Slogan auf T-Shirts

Das Bekenntnis zum Feminismus ist zurzeit in der Modebranche angesagt. «We should all be Feminists» – mit diesem Slogan auf einem weissen Damen-T-Shirt hat das Modehaus Dior Ende letzten Jahres für Schlagzeilen gesorgt. Auf Damenmode anderer Modelabels heisst es «No more patriarchy» oder «Feminism. The radical notion that women are people». Diese Kommerzialisierung des Feminismus durch die Modebranche hat eine Kontroverse über die Frage ausgelöst, ob sie helfen kann, Frauenrechte durchzusetzen. Kritikerinnen sagen, Feminismus sei eine Haltung und kein oberflächliches Bekenntnis, das schnell wieder fallen gelassen werde, wenn es nicht mehr im Trend sei. Andere sprechen von einem Bekenntnis der Modebranche, das den Feminismus vom negativen Image befreie. Die Kommerzialisierung des Feminismus könne es erleichtern, Frauenrechte durchzusetzen.

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