Australierinnen forderten seit Jahren, die Mehrwertsteuer auf Tampons abzuschaffen. © abc

Australierinnen forderten seit Jahren, die Mehrwertsteuer auf Tampons abzuschaffen.

Frauen sparen Millionen

fs / 11. Okt 2018 - Australien streicht die Mehrwertsteuer auf Tampons und Monatsbinden. Andere Staaten besteuern diese Hygieneartikel für Frauen weiterhin.

Die Steuer von 10 Prozent auf Tampons und Monatsbinden entfällt ab 2019. Nach dem Parlament haben jetzt auch die Regierung und die einzelnen Bundesstaaten der Abschaffung zugestimmt. Frühere Regierungen hatten die Aufhebung der Steuer aus finanziellen Gründen abgelehnt. Nun sparen Konsumentinnen jährlich rund 30 Millionen australische Dollar (18 Millionen Euro, 21 Millionen Franken), berichten australische Medien.

Gleichberechtigung bei Besteuerung

Seit der Einführung dieser Steuer vor fast 20 Jahren hatten Frauenorganisationen für die Gleichberechtigung bei der Besteuerung von Hygieneartikeln gekämpft. Ihr Argument: Kondome, Gleitmittel und das Potenzmittel Viagra sind in Australien als «Gesundheitsmittel» von der Mehrwertsteuer befreit. Frauen jedoch zahlten beim Kauf jeder Monatsbinde und jedes Tampons Mehrwertsteuer.

Erfolgreiche Frauenrechtsaktivistinnen

Frauenorganisationen kämpfen auch in anderen Ländern gegen die Steuern auf Monatsbinden und Tampons. Sie sind mehr oder weniger erfolgreich:

  • Weltweit als erstes Land hat Kenya vor über zehn Jahren die Steuer abgeschafft. Seither haben auch andere Länder wie Kanada, Nicaragua, Nigeria, Tansania, Indien und einzelne Bundesstaaten in den USA die Steuer auf Tampons und Monatsbinden gestrichen.
  • EU-Länder wie Frankreich, Grossbritannien, Spanien und die Niederlande haben die Mehrwertsteuer auf Hygieneartikel für Frauen gesenkt.
  • In Deutschland gilt für Tampons und Monatsbinden der normale Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent. Die Petition «Periode ist kein Luxus» fordert jetzt, den Steuersatz von 19 auf 7 Prozent wie für andere Güter des täglichen Bedarfs zu senken. «Die hohe Besteuerung von Tampons und Binden stellt eine fiskalische Diskriminierung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts dar, die das Grundgesetz eigentlich nicht erlaubt», heisst es. Schon fast 100'000 Menschen haben unterschrieben.
  • In der Schweiz gilt für Tampons und Monatsbinden der Mehrwertsteuersatz von 7,7 Prozent. Der reduzierte Satz von 2,5 Prozent für Güter des täglichen Bedarfs gilt beispielsweise für Medikamente wie das Potenzmittel Viagra. Einen Vorstoss aus dem Parlament für die Senkung des Steuersatzes auf Tampons und Monatsbinden hat die Schweizer Regierung mit dem Argument abgelehnt, dass keine Diskriminierung vorliege, wenn nur ein Teil der Bevölkerung diese Produkte benötige.

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