Fussballerinnen veralbern Vorurteile: «Wir brauchen keine Eier, wir haben Pferdeschwänze.» © VideoComerzbank

Fussballerinnen veralbern Vorurteile: «Wir brauchen keine Eier, wir haben Pferdeschwänze.»

Primetime für die Frauen

fs / 23. Mai 2019 - Der spanische Fussballverband hat Spiele der Männer verschoben, damit alle das Champions-League-Finale der Frauen im TV sehen konnten. Eine Ausnahme.

Im Champions-League-Finale der Frauen spielten Mitte Mai Lyon und Barcelona. Zeitgleich sollten Spiele der spanischen Primera División der Männer stattfinden. Diese verschob der spanische Fussballverband. Eine Ausnahme, denn Männer haben im Fussball nach wie vor Vorrang, auch im Fernsehen.

WM-Spiele der Frauen zweitrangig

Vom 7. Juni bis zum 7. Juli spielen die Frauen in Frankreich um den Weltmeistertitel. Doch schon am ersten Sonntag des Turniers

In diesem Werbespot der deutschen Commerzbank nehmen selbstbewusste Nationalspielerinnen Vorurteile gegenüber Fussballerinnen auf die Schippe.

findet zur besten TV-Zeit abends kein Spiel statt. Zu sehen ist stattdessen Männerfussball: Finale der Uefa Nations League in Porto. Zeitgleich mit der Frauen-WM finden zudem weitere Qualifikationsspiele der Männer für die nächste Europameisterschaft statt. So spielt beispielsweise Deutschland gegen Weissrussland und gegen Estland.

Frauenfussball am Nachmittag

Der Spielkalender für die Männer steht offenbar seit Jahren fest, berichtet die «Tageszeitung». Als der Weltfussballverband Fifa vor gut einem Jahr die Termine für die Frauenfussball-WM festlegte, war schon klar, dass Länderspieltermine der Männer mit den Spielen der Frauen-WM kollidieren. Doch das schien niemanden zu kümmern. Im Bedarfsfall werden jetzt die Frauenspiele auf den Nachmittag verlegt, wenn es möglicherweise heisser ist und sicher weniger Leute das Spiel im TV schauen.

Lohnkampf

Doch nicht nur im Fernsehen haben Männer Vorrang. Seit Jahren kämpfen Fussballerinnen für höhere Löhne und Prämien. Die WM-Titelverteidigerinnen aus den USA haben deshalb kürzlich den nationalen Verband wegen Diskriminierung verklagt. Sie argumentieren, dass die Männer nicht nur besser bezahlt werden, sondern auch bessere Reise-, Spiel- und Trainingsbedingungen haben, obwohl die US-Fussballerinnen häufiger spielen und wesentlich erfolgreicher sind.

Streik mit negativen Folgen

Auch die Fussballerinnen aus Dänemark fordern Lohngleichheit und gleiche Rechte wie ihre männlichen Kollegen. Doch davon wollte der nationale Fussballverband auch dann nichts wissen, als die Nationalspielerinnen vor zwei Jahren Vize-Europameisterinnen wurden. Schliesslich streikten die Fussballerinnen und traten zu einem Qualifikationsspiel für die kommende Weltmeisterschaft nicht an. Die Däninnen verloren drei Punkte und konnten sich nicht mehr direkt für die WM qualifizieren. Im Playoff-Spiel unterlagen sie den Europameisterinnen aus den Niederlanden und sind deshalb jetzt an der WM nicht dabei.

Weltweit hat bisher einzig Norwegen bei den A-Teams der Nationalmannschaft die Lohngleichheit verwirklicht. Das Honorarbudget für das Frauen-Nationalteam ist jetzt gleich hoch wie das Honorarbudget des Männer-Nationalteams.

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