Qui Jin kämpfte im chinesischen Kaiserreich für Frauenrechte. © azq

Qui Jin kämpfte im chinesischen Kaiserreich für Frauenrechte.

Späte Nachrufe auf Frauen

fs / 26. Mär 2018 - Die Öffentlichkeit gedenkt meist nur weissen Männern. Nun würdigt eine renommierte Zeitung «übersehene» Frauen.

Die «New York Times» hat seit 1851 Tausende Nachrufe veröffentlicht. Nach eigenen Angaben handelte die grosse Mehrheit von weissen Männern. Sogar die letzten zwei Jahre habe nur jeder fünfte Nachruf eine Frau gewürdigt.

Spiegel gesellschaftlicher Wertschätzung

Die Rückschau auf die Nachrufe zeige, welche Errungenschaften und Menschen eine Gesellschaft wertschätzt, schreibt die «New York Times». Nun gedenkt die Zeitung im Nachhinein 15 Frauen. Weitere sollen dazu kommen.

Nachträglich gewürdigt

Zu den ersten «übersehenen» (overlooked) Frauen, welche die «New York Times» nun gewürdigt hat, gehören:

  • Ada Lovelace (1815-1851): Die britische Mathematikerin schrieb als erste Person ein komplexes Programm für einen mechanischen Computer. Sie gilt als Pionierin der Programmiersprachen.
  • Emily Warren Roebling (1843-1903): Die Frau des Chefingenieurs der Brooklyn Bridge in New York übernahm die Bauführung, nachdem ihr Mann schwer erkrankt war. Der Bau einer der ersten Hängebrücken dauerte jahrelang und wäre ohne sie kaum fertig geworden.
  • Ida B. Wells (1862-1931): Die US-Journalistin und Bürgerrechtlerin engagierte sich gegen die Lynchjustiz an Afroamerikanern.
  • Qui Jin (1875-1907): Die feministische Poetin war eine der ersten Frauenrechtsaktivistinnen im chinesischen Kaiserreich. Sie ging davon aus, dass Frauenrechte und die politische Revolution zusammengehören. Mit 31 Jahren wurde sie wegen regierungsfeindlicher Verschwörung geköpft.
  • Nella Larsen (1892-1964): Inhalt der Romane der afroamerikanischen Schriftstellerin war die Rassentrennung in den USA. Noch vor ihrem 40. Geburtstag gab sie das Schreiben wegen Plagiatsvorwürfen, die sich als unbegründet erwiesen, auf.
  • Diane Arbus (1923-1971): Die US-Fotografin dokumentierte mit ihren Bildern Menschen am Rand der Gesellschaft. Sie löste damit Diskussionen aus, ob solche Bilder missbräuchlich oder empathisch sind.
  • Madhubala (1933-1969): Die indische Filmschauspielerin wurde in Bollywood bereits als Kind zum Star. Wie Hollywood-Star Marilyn Monroe starb sie in jungen Jahren.
  • Marsha P. Johnson (1945-1992) war eine Aktivistin und Transgender-Pionierin in den USA. Als Schwarze, die in kein Gender-Schema passte und arm war, stand sie ein Leben lang am Rand der Gesellschaft.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

Weiterführende Informationen

Artikelserie «overlooked» (englisch)

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Neben den Abonnements-Einnahmen machen dies Spenden möglich.

Mit Kreditkarte oder Paypal - oder direkt aufs Spendenkonto
CH72 0900 0000 8001 5320 8 (CHF)
DE35 7001 0080 0058 5958 07 (Euro)
BIC: PBNKDEFF

Noch keine Meinungen

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein, um Ihre Meinung zu äussern. Wir möchten Missbräuche anonymer User möglichst vermeiden. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern.