Mädchen und Jungen: Traditionelles Geschlechterdenken prägt bereits die Pubertät. © PT

Mädchen und Jungen: Traditionelles Geschlechterdenken prägt bereits die Pubertät.

Traditionelle Doppelmoral bei Jugendlichen

fs / 24. Nov 2015 - Alte Klischees bei Teenagern: Sexuell aktive Mädchen werden ausgegrenzt. Hingegen steigt das Ansehen sexuell aktiver Jungen.

Dies geht aus einer Studie der Pennsylvania State University hervor. Das Forschungsteam um den Soziologen Deren Kreager hat dafür über einen Zeitraum von vier Jahren über 900 elf- bis 16-jährige Jugendliche fünfmal zu ihrem Sexualverhalten und ihrem Freundeskreis befragt.

Sexuell aktive Mädchen ausgegrenzt

Das Ergebnis: Das Ansehen von Mädchen sinkt, wenn sie sexuell aktiv sind und mehrere Geschlechtspartner haben. Ihr Freundeskreis wird kleiner. Mädchen und Jungen grenzen sie aus. Hingegen steigt das Ansehen von Mädchen, wenn sie «nur knutschen». Umgekehrt ist es bei Jungen: Ihr Ansehen steigt mit ihrer sexuellen Aktivität und ihr Freundeskreis wird grösser. Ihr Ansehen sinkt, wenn sie nur knutschen. Im Unterschied zu den Mädchen, werden sie dann aber nur von ihren männlichen Freunden ausgegrenzt.

Neidische Jungen

Es sei nicht überraschend, dass Mädchen Jungen, die nur knutschen, nicht dafür verurteilen, sagt Studienleiter Deren Kreager. Die Mädchen profitierten ja davon. Schwer erklärbar sei hingegen, weshalb männliche Jugendliche Mädchen für ein Verhalten sanktionieren, das ihnen sexuell entgegen kommt. Eine mögliche Erklärung sei, dass nur ein geringer Teil der Jungen schon zu Beginn der Pubertät sexuelle Erfahrungen mache. Wer noch darauf warte, verurteile Mädchen, die schon Sex hatten.

Traditionelle Geschlechterrollen

Fazit des Forschungsteams: Die sexuelle Doppelmoral wirkt bereits bei Jugendlichen, die am Beginn ihrer sexuellen Aktivität stehen. Grund ist das traditionelle Geschlechterdenken. Danach haben Frauen das Bedürfnis nach Romantik und dem Zusammensein mit nur einem Partner. Jungen hingegen wird ein starker Sexualtrieb zugeschrieben. Ihr Freundeskreis belohnt sie für ein Verhalten, das dem männlichen Klischee entspricht. Mädchen hingegen verlieren Freundinnen und Freunde, wenn sie sexuell aktiv sind und damit gegen die traditionellen Geschlechterrollen verstossen.

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