«Soup for Champions» für Jungen und «Soup for Glamour Queens» für Mädchen. © migros

«Soup for Champions» für Jungen und «Soup for Glamour Queens» für Mädchen.

Vegan für Mädchen – Hühnerfleisch für Jungen

fs / 06. Dez 2018 - Geschlechtsspezifische Suppen sollen Kinder für das Suppenessen begeistern. Zur Kritik sagt der Hersteller, Eltern und Kinder spreche dies an.

Die Grossverteilerin Migros verkauft seit kurzem in der Schweiz die «Soup for Glamour Queens» in rosaroter Verpackung für Mädchen und die «Soup for Champions» in blauer Verpackung für Jungen. Über die rosarote Packung stöckelt eine spindeldürre «Glamour Queen» mit Krone und Hündchen. Auf dem Beutel für Jungen ist ein muskulöser Fussballspieler am Ball. Auch der Inhalt der Beutelsuppen zementiert Klischees: Die Suppe für Mädchen ist vegan, die Suppe für Jungen enthält Bouillon mit Hühnerfleisch.

«Übelste Gender-Klischees»

In den sozialen Medien und auf der Migros-Webseite haben die Suppen vor allem Kritik ausgelöst. Von «übelsten Gender-Klischees» ist die Rede. Auf Facebook schrieb eine Frau: «Wachsen mir Bart und Hoden, wenn ich die falsche Suppe esse?» Eine andere twitterte: «Nichts gegen Suppe für Kinder. Aber hier reden wir über Mädchensuppe und Bubensuppe, beworben mit den übelsten Stereotypen. Das ist im Jahr 2018 ein Nogo!». Ein User twitterte: «Und was passiert, wenn ein Junge eine Glamour Queen sein möchte und ein Mädchen doch vielleicht mal ein Champion sein möchte? Ihr lernt es einfach nie.»

Kundschaft überaltert

Migros-Sprecherin Alexandra Kunz sagte gegenüber «20 Minuten», dass die Kundschaft für Suppen überaltert sei. Mit den geschlechtsspezifischen Suppen wolle die Migros eine junge Kundschaft gewinnen. Die meisten Kinder würden auf solche Designs ansprechen: «Viele Eltern schätzen solche Produkte, weil es ihnen hilft, ihre Kinder zu überzeugen, eine gesunde Suppe zu essen.» Falls die Suppen wider Erwarten in den Regalen bleiben, werde die Migros sie wieder aus dem Sortiment nehmen.

Königin und König

Dorothea Schaffner, Wirtschaftspsychologin von der Fachhochschule Nordwestschweiz, sagte gegenüber dem Nachrichtenportal «Nau», sie rate der Migros, von veralteten Geschlechterklischees wegzukommen und beispielsweise auch Mädchen im Sport zu zeigen. Alternativ könne die Migros Kinder auch neutral ansprechen. «Etwa mit einem Zirkus, der Buben wie Mädchen anspricht. Oder indem auf die Verpackung König und Königin aufgedruckt worden wäre.»

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