Frauenzunft darf Flagge zeigen

fs / 24. Apr 2014 - In Zürich wird an Festanlässen neu auch die Flagge der Frauenzunft gehisst. Viele Zunftherren empfinden das als Provokation.

Die Regierung der Stadt Zürich hat die Flagge der Frauenzunft Gesellschaft zu Fraumünster in das städtische Beflaggungsreglement aufgenommen. Damit wird während des Volksfestes Sechseläuten, das dieses Jahr am 28. April stattfindet, und an anderen festlichen Anlässen die Flagge der Frauenzunft als 27. Flagge neben jenen der 26 Männerzünfte gehisst. Der Entscheid der Regierung geht auf ein Postulat zurück, welches das städtische Parlament letztes Jahr angenommen hat. Initiant Samuel Dubno (Grünliberale) wollte damit auf städtischer Ebene Gleichberechtigung herstellen. Für die Stadtregierung ist die Aufnahme ins Beflaggungsreglement ein Zeichen der «Anerkennung des kulturellen Wirkens der Gesellschaft zu Fraumünster».

Teilnahme am offiziellen Umzug

Die Frauenzunft Gesellschaft zu Fraumünster ist 1988 gegründet worden. Sie will die Rolle der Frauen in Zürichs Geschichte und in den historischen Zünften sichtbar machen. Seit Jahren bemüht sie sich um die Teilnahme am offiziellen Umzug der Zünfte durch die Stadt Zürich. Dieses Jahr wird sie ausnahmsweise dabei sein. Die Männerzunft Gesellschaft zu Constaffel hat sie eingeladen. Grundsätzlich bleibt die Frauenzunft jedoch ausgeschlossen. Die Frauen müssen deshalb eine halbe Stunde vor dem offiziellen Umzug der Zünfte durch Zürichs Strassen marschieren. Die Stadtregierung, welche die Bewilligung für den Umzug auf öffentlichem Grund erteilen muss, verzichtete bisher darauf, den Zünften die Integration der Frauen vorzuschreiben.

Zunftherren verärgert

Für einige Zunftherren ist jedoch schon die Aufnahme der Frauenzunft in das Beflaggungsreglement zu viel. Die Masten, an denen die Flaggen der Zünfte wehen, haben Zünfter vor rund zwanzig Jahren der Stadt geschenkt. Diese empfänden den Entscheid der Stadtregierung nun als «Provokation» und «Zweckentfremdung» ihres damaligen Geschenkes, schreibt die «Neue Zürcher Zeitung».

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