Theresa May, britische Innenministerin, akzeptiert extrem frauenfeindliche Songs nicht. © gov

Theresa May, britische Innenministerin, akzeptiert extrem frauenfeindliche Songs nicht.

Einreiseverbot wegen sexistischer Songs

fs / 14. Sep 2015 - Grossbritannien hat gegen einen US-Rapper ein mehrjähriges Einreiseverbot verhängt. Seine Song-Texte seien frauenfeindlich und gewaltverherrlichend.

Der US-Rapper Tyler The Creator kann für mindestens drei Jahre nicht mehr nach Grossbritannien einreisen und dort auftreten. Das britische Innenministerium begründete seinen Entscheid damit, dass seine Song-Texte inakzeptabel seien. Sie könnten Hass und Gewalttaten fördern und seien deshalb eine «Gefahr für die öffentliche Ordnung».

Rache an Frauen

Die Texte erzählen von Morden an Frauen, brutalsten Vergewaltigungen von lebenden und toten Frauen, genitalen Verstümmelungen, gefesselten und eingesperrten Frauen. Im Song «Blow» heisst es beispielsweise: «Ihr nennt diesen Scheiss Vergewaltigung, aber ich finde, dass Vergewaltigung Spass macht.» Hauptgrund für die besungenen Gräueltaten ist Rache an Frauen, die den Rapper abgewiesen haben.

Von Serienkillern fasziniert

Im «Guardian» sagte Tyler The Creator, er habe die kritisierten Texte vor Jahren als Teenager aus der Perspektive anderer Personen geschrieben. Er sei damals von Serienkillern fasziniert gewesen. Er selber sei nicht so. Er könne keiner Fliege etwas zu leide tun. Der Entscheid Grossbritanniens sei ein Angriff auf die Meinungsfreiheit und die künstlerische Freiheit.

«Frauen zur Unterhaltung erniedrigen»

Grossbritannien ist nicht das erste Land, das ein Einreiseverbot gegen den Rapper verhängt. Vor allem englischsprachige Länder handeln: So hat Neuseeland Anfang 2104 Tyler The Creator die Einreise verweigert. Er sei eine Bedrohung für die öffentliche Ordnung. In Australien sollte der US-Rapper im September auftreten. Die feministische Initiative «Collective Shout» verlangte in einem offenen Brief an die Einwanderungsbehörde, ihm kein Visum für die Einreise zu erteilen. Tyler The Creator vermittle die Botschaft, dass Gewalt ein akzeptiertes Mittel sei, um persönliche Konflikte zu lösen. In Australien würden im Durchschnitt wöchentlich zwei Frauen von ihren Lebenspartnern ermordet. Die Texte des Rappers könnten zu zusätzlichen Taten anstiften. «In einer Gesellschaft, die Gewalt gegen Frauen wirklich bekämpfen will, darf kein Platz sein für einen Sänger, der Frauenfeindlichkeit verherrlicht und Frauen zur Unterhaltung erniedrigt», heisst es im offenen Brief. «Collective Shout» erhielt dafür Vergewaltigungs- und Morddrohungen. Die australischen Behörden zögerten mit dem Visums-Entscheid. Schliesslich sagt Tyler The Creator die geplanten Auftritte ab.

In die Schweiz und nach Deutschland konnte Tyler The Creator in diesem Frühjahr einreisen und Konzerte geben.

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