Klare Botschaft von Sam Carter an den Täter: «Du grabschst hier niemanden an.» © npo3FM

Klare Botschaft von Sam Carter an den Täter: «Du grabschst hier niemanden an.»

«Es ist nicht Dein Körper!»

fs / 05. Sep 2017 - Ein Rockmusiker hat einen Grapscher im Publikum öffentlich gemassregelt. Dieser hatte während des Konzerts einer fremden Frau an die Brust gefasst.

Der Übergriff ereignete sich beim Crowdsurfing an einem Festival in den Niederlanden. Dabei wird eine Person – meist auf dem Rücken liegend – von der Menge über die Menschen Richtung Bühne getragen. Sam Carter, Sänger der britischen Band «Architects», hatte beobachtet, wie ein Mann einer so getragenen Frau an die Brust fasste. Er unterbrach das Konzert sofort.

«Du grapschst hier niemanden an»

Der junge Sänger sprach den Grapscher direkt an: «Es ist nicht Dein Körper und Du grabschst hier niemanden an. Nicht während meiner Show.» Er habe überlegt, ob er etwas sagen soll, und sich dafür entschieden, sagte Carter: «Das ist verdammt ekelhaft und es gibt hier keinen Platz für so einen Scheiss.» Wenn der Mann Frauen begrapschen wolle, solle er gehen und nie mehr wieder kommen. «Hier soll ein sicherer Platz für alle sein.» Später doppelte Carter auf Twitter nach: «Es gibt für Grapscher keinen Platz, an keinem Konzert.»

Viel Zustimmung

Das Publikum applaudierte und auf Facebookseite erhielt Carter viel Zustimmung für seine klare Botschaft gegen sexuelle Übergriffe. «So reagiert ein richtiger Mann, wenn er einen Übergriff sieht. Bravo!» schrieb eine Userin auf Twitter. Vor allem weibliche Fans berichteten von sexuellen Übergriffen, die sie selber an Konzerten und Festivals erlebt haben.

Null-Toleranz

In Grossbritannien lancierten Im vergangenen Frühjahr 25 kleinere Musikfestivals die Kampagne «Safer spaces at festivals» für Null-Toleranz gegenüber sexuellen Übergriffen.

Zuletzt sorgte die Absage eines der grössten Musikfestivals in Schweden für Aufsehen. Am mehrtägigen Bråvalla-Festival in Norrköping wurden mehrere Fälle von sexuellen Übergriffen und vier Vergewaltigungen angezeigt. Der Veranstalter hat deshalb das Festival für 2018 gestrichen.

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