Jess Philips verliest im Parlament die Namen aller Frauen, die letztes Jahr ermordet worden sind. © BBC

Jess Philips verliest im Parlament die Namen aller Frauen, die letztes Jahr ermordet worden sind.

Morde an Frauen wühlen Abgeordnete auf

fs / 11. Mär 2016 - Mit einer bewegenden Rede hat eine junge Abgeordnete an ermordete Frauen erinnert. Sie rief das Parlament zum Handeln auf.

In Grossbritannien sind letztes Jahr über 120 Frauen im Alter von 13 bis 81 Jahren von Männern ermordet worden. An einer Sondersitzung zum Internationalen Tag der Frau hat die junge Labour-Abgeordnete Jess Philips im Parlament jedes Opfer mit Namen und Alter genannt. Sie nehme den Tod dieser Frauen nicht einfach hin: «Wir müssen handeln, damit diese Frauen nicht vergeblich gestorben sind. Sie haben mehr verdient, als was sie erhalten haben.»

Vor dem Vergessen bewahren

Die Opfer seien nicht alle arme Frauen, die von betrunkenen Männern ermordet worden seien. Meist seien aktuelle und ehemalige Partner oder nahe Verwandte die Täter. «Die Opfer waren Frauen jeden Alters. Sie waren Lehrerinnen, Serviceangestellte, Ärztinnen, Tänzerinnen und Töchter. Die Täter waren nicht sinnlos Betrunkene, sondern respektierte Väter, Brüder, Banker und angesehene Anwälte.» Philips konnte auf die Arbeit des Projektes «Counting Dead Women» zurückgreifen, das die Geschichten ermordeter Frauen auf einer Webseite veröffentlicht und sie damit vor dem Vergessen bewahrt.

Applaus aus allen politischen Lagern

Für ihre Rede erhielt die junge Parlamentarierin Applaus von Abgeordneten aus allen Lagern, was im britischen Parlament selten ist. Über Twitter zeigten Abgeordnete sich tief bewegt und sprachen Philips Ihren Respekt aus.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

Weiterführende Informationen

Rede von Jess Philips im Parlament (Video)

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Eine Meinung

Das ist sehr mutig und auch in Deutschland längst überfällig. Hier werden auch jeden zweiten Tag 1 bis 2 Frauen von ihren (Ex-) Partnern ermordet und wenige Abgeordnete ficht das an.
Waltraud Pomper, am 12. März 2016 um 14:45 Uhr

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