Emily Slough am Massen-Stillen gegen Mobbing auf Facebook. © Sky News

Emily Slough am Massen-Stillen gegen Mobbing auf Facebook.

Mütter demonstrieren gegen Mobbing auf Facebook

fs / 09. Mai 2014 - Emily Slough ist auf Facebook als «Schlampe» bezeichnet worden, weil sie ihr Kind in der Öffentlichkeit stillte. Ihre Protest-Aktion unterstützten Tausende.

Ein Passant hatte Emily Slough fotografiert, als sie ihr Baby stillte. Er postete das Foto auf «Facebook» und bezeichnete die junge Mutter als «Schlampe». Andere Nutzer beschimpften darauf Emily Slough ebenfalls.

Tausende demonstrieren für Stillen in der Öffentlichkeit

Diese wollte dazu nicht schweigen und organisierte aus Protest ein Massen-Stillen. Daran haben Anfang März in britischen Städten mehrere Tausend Frauen teilgenommen. Sie verteidigten das Recht der Frauen, ihre Babys in der Öffentlichkeit zu stillen.

Emma Halford nahm mit ihrer sieben Monate alten Tochter Ariana am öffentlichen Massen-Stillen teil: «Stillen ist nichts, wofür man sich schämen muss. Jemanden dabei zu fotografieren und als Schlampe zu beschimpfen, ist widerlich.» Auf Twitter äusserten sich viele Frauen empört, dass es verpönt sein soll, wenn Frauen ihre Kinder öffentlich stillen.

Unterstützung aus aller Welt

Sie sei völlig überwältigt, sagte Emily Slough gegenüber der Zeitung «Birmingham Mail». Ich habe so viele Rückmeldungen bekommen und so viel Unterstützung von Müttern - nicht nur hier in England, sondern auf der ganzen Welt -, die wirklich empört waren über das, was mir passiert ist.»

Facebook toleriert Mobbing

Facebook reagiert nicht oder nur zögerlich auf frauenfeindliche Attacken im Netzwerk. Der Konzern begründet dies mit der freien Meinungsäusserung. Erst als letztes Jahr Frauenrechtsaktivistinnen aus dem englischsprachigen Raum auf Banner-Kunden Druck ausübten, räumte Facebook Mängel bei der Kontrolle von Seiten ein, die zu Gewalt gegen Frauen aufrufen. Die New York Times sprach damals von einem «tieferen Problem» einer Technologie-Branche, die vor allem von Männern geprägt werde.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

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Eine Meinung

Ich finde hier übertreiben wieder einmal Mann und Frau. Wenn eine Frau ihr Kind stillt - warum muss es in der Öffentlichkeit sein? Wenn es nicht anders geht und sie sich an einen etwas abgeschirmten Ort zurückzieht, ihre Brüste leicht bedeckt und ihr Kind stillt, finde ich das ok. Aber es muss nicht sein, dass zum Beispiel eine Frau ihr Kind mit weit entblössten Brüsten in einem Restaurant vor meinen Augen stillt. Genauso wenig möchte ich einem Mann beim Pinkeln zusehen. Diese Frau zu fotografieren und öffentlich als Schlampe zu beschimpfen, finde ich respektlos und unangebracht. Es gibt kein richtig und falsch. Es geht hier wieder einmal um fehlende gegenseitige Rücksichtnahme und Respekt (wie z.B. beim Telefonieren im Zug und Tram - die einen machen es zurückhaltend, andere benehmen sich als ob sie alleine unterweg seien).
Deborah Berra, am 11. Mai 2014 um 16:26 Uhr

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