Schauspielerin Jennifer Lawrence: Ein Hacker klaute Nacktbilder und veröffentlichte sie im Internet. © cc

Schauspielerin Jennifer Lawrence: Ein Hacker klaute Nacktbilder und veröffentlichte sie im Internet.

Nacktbilder: Google will Links löschen

bbm / 07. Jul 2015 - Google will Links zu Sex-Fotos löschen, die ohne Zustimmung der Beteiligten veröffentlicht worden sind. Opfer müssen solche Bilder selber melden.

Nacktfotos und -Videos, die gegen den Willen der abgebildeten Person im Netz veröffentlicht worden sind, können neu weltweit aus den Google-Suchergebnissen gelöscht werden. Google entfernt Links zu solchen Fotos und Videos auf Antrag aus den Suchergebnissen. Über ein Online-Formular sollen Betroffene entsprechende Anträge stellen können.

«Emotionale Schäden»

Mit Nacktfotos und Videos im Internet rächen sich meist Ex-Partner. Für die Opfer – oft Frauen – ist es fast unmöglich, Fotos und Videos wieder aus dem Netz zu bringen. Nacktbilder, die gegen den Willen der Abgebildeten im Internet veröffentlicht werden, verursachten «emotionale Schäden», schreibt Google-Manager Amit Singhal in einem Blogeintrag. «Sie dienen dazu, die Opfer herabzusetzen – vor allem Frauen.» Unklar bleibt, ob Google auf Wunsch der Betroffenen nur konkrete Links löscht oder ob Google auch von sich aus neue Verlinkungen der gleichen Bilder entfernt.

Google löscht Links nicht überall

Was Google jetzt angekündigt hat, ist in Europa bereits geltendes Recht. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat letztes Jahr entschieden, dass Menschen ein Recht haben, bestimmte Suchergebnisse von ihrem eigenen Namen zu entkoppeln. Seither soll Google eine Million Links aus den Suchergebnissen entfernt haben. Bisher löscht Google Links allerdings nur auf seinen europäischen Webseiten. Anfang Juni hat die französische Datenschutzbehörde CNIL deshalb den Konzern aufgefordert, entsprechende Links auch auf der US-amerikanischen Google.com-Seite zu löschen.

Druck auf Facebook

Auch auf die sozialen Netzwerke steigt der Druck, gegen Rache-Pornos vorzugehen. Kürzlich verlangte ein niederländisches Gericht von Facebook, alle Daten eines Nutzers herauszugeben, der verdächtigt wird, ein Racheporno-Video auf Facebook veröffentlicht zu haben. Facebook hat das Video gelöscht. Es ist aber im Internet weiter auffindbar. Facebook hat nach eigenen Angaben keine Nutzerdaten mehr, da das Nutzerkonto gelöscht worden sei. Anwalt Thomas van Vught äusserte gegenüber der Zeitung «De Telegraph» erhebliche Zweifel: «Facebook speichert alles mit genauen Datums- und Zeitangaben.»

Twitter hat Anfang dieses Jahres neue Nutzungsregeln beschlossen. Danach dürfen Sex-Fotos und -Videos nicht mehr ohne Zustimmung der Beteiligten auf Twitter veröffentlicht werden. Opfer müssen Bilder selber melden. Auch Reddit hat kürzlich seine Nutzungsregeln geändert. Auf Reddit waren letzten Herbst gehackte Nacktbilder prominenter Frauen wie der Schauspielerin Jennifer Lawrence veröffentlicht worden. Diese sprach danach von «sexuellem Missbrauch».

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