Ex-Paar Sofia Vergara und Nick Loeb: Rechtsstreit um die gemeinsamen Embryonen. © NBC

Ex-Paar Sofia Vergara und Nick Loeb: Rechtsstreit um die gemeinsamen Embryonen.

Embryonen: Frau soll gegen ihren Willen Mutter werden

fs / 20. Mai 2015 - In den USA streitet ein prominentes Ex-Paar um seine gefrorenen Embryonen. Der Mann will gerichtlich durchsetzen, dass die Frau wider Willen Mutter wird.

Nick Loeb, Geschäftsmann und Millionenerbe, will die beiden Embryonen von einer Leihmutter austragen lassen. Er hat dies in der «New York Times» öffentlich gemacht. Seine Ex-Partnerin, TV-Star Sofia Vergara, sah sich darauf zu einer Stellungnahme gezwungen. Darin hält sie fest, dass sie die Embryonen gefroren lassen will.

Umstrittener Vertrag

Das ehemalige Paar hatte schriftlich vereinbart, dass die gemeinsamen Embryonen im Fall des Todes eines Elternteils zerstört werden. Nur mit dem Einverständnis beider sollten die Embryonen ausgetragen werden. Rechtlich umstritten ist, ob der Vertrag im Fall einer Trennung gültig bleibt. Die Vereinbarung entspricht den Richtlinien der American Medical Association. Danach sollen Embryonen nicht gegen den Willen eines Elternteils verwendet oder zerstört werden. Das gelte auch, wenn ein Elternteil rechtlich von allen Pflichten befreit werde.

Mehr Rechte für Väter

Nick Loeb schrieb in der «New York Times», für ihn beginne menschliches Leben mit dem Zeitpunkt der Befruchtung. Die Vernichtung der Embryonen komme deshalb einer Tötung gleich. Loeb kritisiert, dass eine Frau abtreiben darf, ohne den Mann zu fragen. Eine Frau dürfe auch gegen den Willen des Mannes ein Kind austragen. «Sollte ein Mann, der bereit ist, die elterliche Verantwortung umfassend zu übernehmen, dieses Recht nicht auch haben?»

Ungewohnte Machtlosigkeit

Abtreibungsgegner und Vaterrechtler pflichteten Loeb bei. Wenn Frauen das Recht haben zu entscheiden, wann sie Kinder wollen, müssten auch Männer dieses Recht haben. Der «Guardian» schrieb, hinter vielen Klagen von Männern im Bereich der Reproduktionstechnologie stehe das Gefühl, dass Frauen «alles kontrollieren». Männer seien diese Machtlosigkeit nicht gewohnt. Frauen hingegen erlebten in vielen Ländern, dass sie nicht uneingeschränkt über ihren Körper bestimmen können.

Keine Mutterschaft wider Willen

Wenn eine Frau schwanger ist, soll sie über ihren Körper und damit eine Schwangerschaft entscheiden dürfen, sagt Sigal Klipstein, US-Frauenärztin und Reproduktionsspezialistin. Bei gefrorenen Embryonen hingegen, sollen beide Elternteile entscheiden. Embryonen dürften auf keinen Fall gegen den Willen eines Elternteils verwendet werden. Das sei keine Frage der Diskriminierung von Männern. Loeb könne weiterhin Vater werden. Dafür müsse er Sofia Vergara nicht zwingen, Mutter zu werden.

Keine Vaterschaft wider Willen

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat vor acht Jahren entschieden, dass eine Frau sich nicht gegen den Willen des Mannes gemeinsame Embryonen einpflanzen lassen darf. Der Wunsch einer Frau nach einem leiblichen Kind dürfe nicht über die Interessen des Mannes gestellt werden. Ein Mann dürfe nicht zu einer Vaterschaft gezwungen werden. Daraus kann man den Unterschluss ziehen, dass auch keine Frau zu einer Mutterschaft gezwungen werden darf.

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