Die HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs spaltet die Fachleute. © srf

Die HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs spaltet die Fachleute.

HPV-Impfung: Nutzen und Schaden bleiben umstritten

fs/upg / 07. Mär 2019 - Eine angesehene Forschungsinstitution hatte die Impfung gegen Gebärmuterhalskrebs für wirksam erklärt. Doch die Studie genügt wissenschaftlichen Kriterien nicht.

Eine Meta-Studie der «Cochrane Collaboration» kam letztes Jahr zum Schluss, dass die HPV-Impfung «mit hoher Sicherheit» spätere Erkrankungen am Gebärmutterhalskrebs vermeidet. Diese Studie spaltete die Vereinigung von Fachleuten aus Medizin und Forschung aus mehr als 130 Ländern. Die Kritiker warfen etlichen Autoren der Studie vor, für Institutionen zu arbeiten, welche Geld von den Impfstoffherstellern erhalten. Sie zeichneten insgesamt ein zu positives Bild der HPV-Impfung.

Bisher geheime Dokumente ausgewertet

Jetzt erhalten die Kritiker Bestätigung von drei Westschweizer Autorinnen und Autoren, die bisher unveröffentlichte Dokumente der US-Zulassungsbehörde FDA auswerteten und die Quellen auf der Open-Source-Plattform Zenodo.org veröffentlichten. Dank des US-Öffentlichkeitsgesetzes («Freedom of Information Act») kamen die beiden auf HPV-Impfungen spezialisierten Westschweizer Journalistinnen Catherine Riva und Serena Tinari sowie der Lausanner Gynäkologe Jean-Pierre Spinosa in den Besitz bisher unveröffentlichter Dokumente der US-Zulassungsstelle FDA.

Mitte Dezember veröffentlichten sie ihre Schlussfolgerungen im «BMJ Evidence-Based Medicine»: Die Cochrane-Meta-Studie sei ungenügend konzipiert gewesen, nachträgliche Analysen fälschlicherweise als Doppelblindstudie dargestellt und unpublizierte Daten nicht berücksichtigt worden. Schliesslich hätten einige Autoren ihre Interessenkonflikte mit grossen Geldgebern nicht deklariert.

Wirksamkeit und Risiken

2006 war die erste Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs zugelassen worden. Mittlerweile empfehlen Gesundheitsbehörden weltweit, junge Frauen zu impfen. In immer mehr Ländern gilt diese Empfehlung auch für junge Männer. Die hohen Kosten übernehmen vielerorts die Krankenkassen. Die Wirksamkeit und die langfristigen gesundheitlichen Risiken und Nebenwirkungen der Impfung sind bis heute umstritten.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Neben den Abonnements-Einnahmen machen dies Spenden möglich.

Mit Kreditkarte oder Paypal - oder direkt aufs Spendenkonto
CH72 0900 0000 8001 5320 8 (CHF)
DE35 7001 0080 0058 5958 07 (Euro)
BIC: PBNKDEFF

Noch keine Meinungen

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein, um Ihre Meinung zu äussern. Wir möchten Missbräuche anonymer User möglichst vermeiden. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern.