Provokative Sprüche sollen Freier aufrütteln. © stuttgart-sagt-stopp.de

Provokative Sprüche sollen Freier aufrütteln.

«Kondome benutzt man, Frauen nicht»

fs / 03. Mai 2016 - Eine Plakatkampagne mit provokativen Sprüchen soll Freier auf die prekäre Situation von Zwangsprostituierten aufmerksam machen.

Die Stadt Stuttgart will Freier mit vier Botschaften auf Plakaten und in Videoclips für die Situation von Zwangsprostituierten sensibilisieren:

  • «Die Würde des Menschen ist auch beim Ficken unantastbar.»
  • «Nutten sind Menschen.»
  • «Kondome benutzt man, Frauen nicht.»
  • «Willst Du der Mann ihrer Alpträume sein?»

Freiern Verantwortung bewusst machen

Die Plakate sollen die Freier motivieren, beim Gang ins Bordell «Fragen des Anstands und der Würde» zu stellen, sagte Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne). Es gehe nicht darum, Freier zu ächten. Es gehe auch nicht um ein Verbot der Prostitution. Doch jedem Freier müsse klar gemacht werden, dass Zwangs- und Armutsprostitution und Sex mit minderjährigen Prostituierten inakzeptabel seien. «Den Kunden soll ihre Verantwortung bewusst werden.» Die Plakate würden deshalb bewusst die Sprache der Freier widergeben.

600 Prostituierte

Die Stadt geht davon aus, dass pro Tag rund 600 Prostituierte anschaffen. Sie kommen hauptsächlich aus Rumänien, Bulgarien und Ungarn. Laut Sabine Constabel, Leiterin des städtischen Sozialdienstes für Prostituierte, können Freier erkennen, ob eine Prostituierte freiwillig oder unter Zwang arbeitet. Sie müssten allerdings bereit sein, sich zu fragen, ob eine Prostituierte genügend Deutsch spricht, Geschäfte selber tätigen kann, volljährig ist und ihren Körper freiwillig verkauft.

«Fokus auf Freier»

Der Landesfrauenrat, Dachverband der Frauenorganisationen in Baden-Württemberg, begrüsste die Plakat-Kampagne. Die Vorsitzende Manuela Rukavina sagte der Deutschen Presse-Agentur, es sei richtig, den Fokus auf die Freier zu lenken. Rukavina hofft, dass die Kampagne eine gesellschaftliche Diskussion in Gang bringt, da Prostitution immer mehr akzeptiert und verklärt werde. Rukavina fordert, den Kauf von sexuellen Dienstleistungen nach nordischem Vorbild zu verbieten. Deutschland habe derzeit so liberale Gesetze, dass das Land als «Puff Europas» fungiere.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

Weiterführende Informationen

Kampagne «Stoppt Zwangs- und Armutsprostitution!»

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