Die Pille danach wird in der EU rezeptfrei. © Mdd

Die Pille danach wird in der EU rezeptfrei.

«Pille danach» kann teuer werden

bbm / 17. Dez 2014 - In Deutschland wird die «Pille danach» rezeptfrei erhältlich. Das kann für junge Frauen teuer werden, wie das Beispiel Schweiz zeigt.

Die EU-Arzneimittelbehörde hat die Pille Ellaone als rezeptfrei eingestuft. Wenn die EU-Kommission dieser Empfehlung folgt, muss diese Pille in der ganzen EU ohne Verschreibung erhältlich sein.

Krankenkassen zahlen nicht mehr

In Deutschland, Italien und Polen mussten Frauen bisher zum Arzt, um eine «Pille danach» zu erhalten. Bis zuletzt haben sich in Deutschland CDU/CSU gegen eine Freigabe gesträubt. Jetzt fällt mit der Rezeptpflicht auch die Kostenerstattung weg. Das kann für junge Frauen ein grosser Nachteil sein. Karin Altpeter (SPD), Sozialministerin in Baden-Württemberg, warnt deshalb davor, die Vorteile der Freigabe der «Pille danach» über hohe Kosten auszubremsen.

Bisher hatten die Krankenkassen Frauen bis zum Alter von 21 Jahren die «Pille danach» bezahlt. Eine Erstattung durch die Kassen könne er sich nur noch für Minderjährige vorstellen, die wie bisher vorher einen Arzt aufsuchen, sagte CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn gegenüber den «Stuttgarter Nachrichten».

Beratungspflicht in Apotheken

Spahn stellt zudem eine Beratungspflicht in den Apotheken zur Diskussion. Er verweist dabei auf die Schweiz, wo die «Pille danach» seit über zehn Jahren in Apotheken erhältlich ist. Die Frauen müssen jedoch rund 20 Fragen beantworten, bevor sie die «Pille danach» kaufen können. Dieses gesetzlich vorgeschriebene Beratungsgespräch inklusive Pille kann Frauen je nach Apotheke, Tag und Tageszeit 30 bis 100 Franken (25 bis 85 Euro) kosten, wie «20 Minuten» berichtet hat.

Hoher Preis als Hindernis

Gerade für jüngere Frauen sei dies viel Geld, sagte Lilo Gander von der «Fachstelle für Sexualpädagogik Lust und Frust» in Zürich in «20 Minuten». Schon 50 Franken seien in der Wahrnehmung von Jugendlichen ein hoher Betrag. Gander: «Ich höre oft von Jugendlichen, dass sie nicht genügend Geld für die Pille danach gehabt hätten.» Die Apotheken rechtfertigen die höchsten Preise mit Nacht- oder Wochenendzuschlag. Karl Küenzi vom Apothekerverband Pharmasuisse sagte, die Apotheken seien bei der Preissetzung für das Beratungsgespräch frei. Aus kartellrechtlichen Gründen dürfe der Verband keine Empfehlung abgeben.

Pille verzögert Eisprung

Die «Pille danach» müssen Frauen nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr so rasch wie möglich einnehmen. Sie verzögert den Eisprung, bis die Spermien abgestorben sind. Damit wird die Befruchtung der Eizelle verhindert. Wenn der Eisprung schon erfolgt ist, wirkt die «Pille danach» nicht mehr. Im Unterschied zur «Pille danach» stösst die Abtreibungspille Mifegyne (RU 486) eine befruchtete Eizelle ab, die sich bereits in der Gebärmutter eingenistet hat.

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