Prominente forderten 2013 in der Zeitschrift «Emma», Prostitution in Deutschland abzuschaffen. © Emma

Prominente forderten 2013 in der Zeitschrift «Emma», Prostitution in Deutschland abzuschaffen.

Prostitution spaltet Frauenbewegung

fs / 13. Feb 2015 - In Deutschland hat das Prostitutionsgesetz eine Kontroverse ausgelöst. Umstritten ist, ob freiwillige Prostitution von Zwangsprostitution zu trennen ist.

In Deutschland ist Prostitution eine legale Erwerbsarbeit. Nun will die Regierungskoalition diese in einem Prostitutionsgesetz reglementieren, um Frauen besser zu schützen. In einem offenen Brief haben Frauenverbände, Beratungsstellen und kirchliche Einrichtungen zu den konkreten Vorschlägen Stellung genommen. Zu den Unterzeichnenden gehört der Deutsche Frauenrat, Dachverband deutscher Frauenverbände.

Gegen Verbot

Im offenen Brief halten die Unterzeichnenden fest, dass sie ein Verbot des Kaufs sexueller Dienstleistungen nach nordischem Vorbild ablehnen. Ein solches Verbot würde die Lage derjenigen Prostituierten massiv verschlechtern, die aus freier Entscheidung tätig seien. Das Prostitutionsgesetz regle die legale Prostitution. Es müsse die Rechte der Prostituierten stärken, sie vor Gewalt, vor Demütigungen bei Behörden und vor gesellschaftlicher Ächtung schützen und ihnen eine gute gesundheitliche Versorgung ermöglichen. Ein solches Gesetz sei ungeeignet, um Zwangsprostitution zu bekämpfen.

Für Verbot

Anderer Ansicht ist die feministische Partei «Die Frauen», die Mitglied des Deutschen Frauenrates ist. Zwangsprostitution sei von freiwilliger Prostitution nicht zu trennen, heisst es in einer öffentlichen Stellungnahme. Die Partei fordert ein Verbot des Sexkaufs nach nordischem Vorbild. Dieses müsse begleitet sein von Massnahmen, um Frauen aus der Armut zu holen. Sozialabbau, nicht existenzsichernde Arbeitsverhältnisse und die Diskriminierung von Frauen im Erwerbsleben seien die Hauptgründe dafür, dass Frauen oft keine Alternative zur Prostitution sähen.

Unterschiedliche Regelungen

Die Frage, ob es eine freiwillige Prostitution gibt oder nicht, bleibt umstritten. Die rechtlichen Regelungen sind entsprechend unterschiedlich. In Deutschland und den Niederlanden ist Prostitution eine legale Erwerbsarbeit. Die Schweiz und Österreich gehören zu einer Gruppe von Ländern, welche die Prostitution tolerieren, sie aber rechtlich nicht als Erwerbsarbeit anerkennen. In der Schweiz gibt es einen Trend in den Kantonen, Prostitution zu legalisieren. Schweden, Norwegen, Island und Kanada verbieten den Kauf sexueller Dienstleistungen. Bestraft werden nur die Freier. Finnland bestraft Freier, die unfreiwillige Dienste von Zwangsprostituierten in Anspruch nehmen.

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