Der Freier erfährt: Murielle wurde von einem Kunden ermordet. © gop

Der Freier erfährt: Murielle wurde von einem Kunden ermordet.

Schockkampagne soll Freier aufrütteln

fs / 12. Jan 2017 - In Frankreich informiert eine Escort-Service-Plattform über die Schicksale von Prostituierten. Sie soll Opfern ein Gesicht geben und Freier aufrütteln.

Auf der Online-Plattform «Girls of Paradise» bieten halbnackte Frauen ihre Dienste an. Freier können diese wie auf anderen einschlägigen Webseiten anchatten, um mehr Fotos zu erhalten. Doch bei «Girls of Paradise» zeigen diese Fotos Frauen mit Blutergüssen, Narben und anderen Entstellungen. Die Freier erfahren: Die Frauen wurden verschleppt, vergewaltigt, im jungen Alter zur Prostitution gezwungen und zuletzt von Freiern ermordet. Alle Frauen auf der Plattform leben nicht mehr.

Opfern Gesicht geben

Laut der französischen Menschenrechtsorganisation «Mouvement du Nid» werden täglich tausende Frauen zur Prostitution gezwungen. Das Internet ermögliche es Freiern, Frauen wie Ware anonym zu bestellen. Über ihre Schicksale erfahre er nichts. Er bewege sich in einer Scheinwelt, die mit der Realität der Frauen nichts zu tun habe. «Girls of Paradise» soll den Opfern ein Gesicht geben und Freiern den Alltag von Prostituierten bewusst machen.

Kampagne ausgezeichnet

Die Menschenrechtsorganisation «Mouvement du Nid» hat die Online-Plattform initiiert. Die weltweit tätige Werbeagentur McCann hat sie kostenlos realisiert. Die Schockkampagne wurde letzten Herbst mit dem renommierten Medienpreis «Clio Gold Award» ausgezeichnet.

Strafen für Freier

In Frankreich hat das Parlament im letzten Frühjahr beschlossen, den Kauf sexueller Dienstleistungen zu bestrafen. Freiern, die erwischt werden, drohen Geldbussen von 1500 Euro bis 3750 Euro im Wiederholungsfall (1600 bis 4000 Franken).

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

Weiterführende Informationen

Escort-Service-Plattform «Girls of paradise»

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Eine Meinung

Super, endlich! Solche Kampagnen sollte es überall auf der Welt geben.
Ursula Stehlin, am 13. Januar 2017 um 15:55 Uhr

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