Die Verhütungs-Pille kann die Lebensqualität beeinträchtigen. © meix

Die Verhütungs-Pille kann die Lebensqualität beeinträchtigen.

Verhütungs-Pille schlägt Frauen aufs Gemüt

fs / 25. Apr 2017 - Die Anti-Baby-Pille beeinträchtigt das Wohlbefinden vieler Frauen. Wer die Pille schluckt, fühlt sich weniger vital.

Dies geht aus einer Studie hervor, welche die Fachzeitschrift «Fertility and Sterility» veröffentlicht hat. Ein internationales Forschungsteam vom renommierten «Karolinksa-Institut» in Stockholm und der «Stockholm School of Economics» hat dafür 340 gesunde Frauen zwischen 18 und 35 Jahren untersucht.

Doppelblindstudie

Die Probandinnen waren Nichtraucherinnen und verhüteten in den Wochen vor dem Start der Studie nicht hormonell. Während drei Monaten erhielten sie entweder eine Verhütungs-Pille der 2. Generation oder eine Placebo-Pille ohne Wirkstoff. Weder die Teilnehmerinnen noch die Ärztinnen und Ärzte wussten, wer welche Pille erhielt (Doppelblindstudie). Zu Beginn und am Ende der Studie wurde das Wohlbefinden der Frauen mit einem Fragebogen der Weltgesundheitsorganisation WHO gemessen (General Well-Being Index, PGWB). Die Frauen beantworteten Fragen zu ihrer Vitalität, Kontrolle der Emotionen und ihrem Wohlbefinden.

Weniger Lebenslust

Am Studienende nach drei Monaten fühlten sich diejenigen Frauen, die eine Placebo-Pille ohne Wirkstoff erhalten hatten, signifikant besser als die anderen. Frauen, welche die Verhütungs-Pille mit Hormonen geschluckt hatten, fühlten sich hingegen weniger schwungvoll und energiegeladen und sagten, ihr Verhalten weniger im Griff zu haben. Das Forschungsteam stuft die gemessenen Unterschiede als klein bis mittelgross ein. Für die einzelne Frau könnten sie klinisch wichtig und damit eine Erklärung dafür sein, dass Frauen die Pille zeitweise oder ganz absetzen.

Verhütungs-Pille der 2. Generation

Das Forschungsteam wählte für die Studie eine Verhütungs-Pille der 2. Generation, weil in zahlreichen Ländern die Behörden diese Pillen vorrangig empfehlen. Grund dafür ist, dass das Risiko eines gefährlichen Blutgerinnsels (Thrombose) im Vergleich mit neueren Pillen geringer ist. Die Studie kann keine Auskunft darüber geben, ob auch neuere Verhütungs-Pillen das Wohlbefinden beeinträchtigen.

#MyPillStory

Vor einem Jahr berichteten Frauen auf Twitter unter dem Hashtag #MyPillStory über Nebenwirkungen von Verhütungspillen, die ihr Leben zum Teil erheblich beeinträchtigen. Von Libidoverlust, Kopfschmerzen, Blasenentzündungen, Müdigkeit, emotionaler Unausgeglichenheit und Depressionen war die Rede.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

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Eine Meinung

Komisch nur, dass die Studie über die männliche Verhütungspille, die ähnlichen Nebenwirkungen zeigte, wie sie den Frauen mit der Pille seit Jahrzehnten zugemutet wird, deswegen abgebrochen wurde!
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http://www.spektrum.de/news/pille-fuer-den-mann-mit-zu-vielen-nebenwirkungen/1427682
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http://www.spiegel.de/gesundheit/sex/pille-fuer-den-mann-hormonbehandlung-bleibt-frauensache-a-1119823.html
Susanne Maeder, am 05. Juni 2017 um 14:47 Uhr

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