Libby Lane ist Bischöfin in England und damit ein Dorn im Auge konservativer Anglikaner. © BBC

Libby Lane ist Bischöfin in England und damit ein Dorn im Auge konservativer Anglikaner.

Bischöfinnen und Homo-Ehe spalten Kirche

fs / 25. Jan 2016 - In der anglikanischen Kirche führt die Kontroverse um die Bischofsweihe für Frauen und die Trauung für gleichgeschlechtliche Paare erstmals zu Sanktionen.

Die führenden Vertreter der anglikanischen Weltkirche bestrafen den Entscheid der anglikanische Kirche der USA, gleichgeschlechtliche Paare zu trauen. Damit vertrete die Kirche Glaube und Lehre der anglikanischen Kirchen nicht mehr, heisst es im Beschluss der anglikanischen Bischöfe. Die Ehe sei der Bund eines Mannes und einer Frau. Die anglikanische Kirche von Kanada, welche die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare erlaubt und noch dieses Jahr über die Zulassung der Trauung entscheiden will, wurde nicht abgestraft.

Teilerfolg für Konservative

Die US-Episkopalkirche darf während drei Jahren in Lehrfragen nicht mehr mitentscheiden. Und sie darf nicht mehr in ökumenischen und interreligiösen Gremien mitarbeiten. Die US-Episkopalkirche wird damit auf internationaler Ebene zu einer Kirche mit Beobachterstatus degradiert. Mit dem Beschluss will die anglikanische Weltkirche eine mögliche Spaltung verhindern. Seit Jahren drohen konservative Mitgliedkirchen aus Asien und Afrika mit dem Austritt aus der Weltkirche. Sie lehnen Segnung oder Trauung gleichgeschlechtlicher Paare und die Bischofsweihe für Frauen grundsätzlich ab. Die nun beschlossenen Sanktionen gelten als Teilerfolg für die konservativen Anglikaner. Diese hatten verlangt, dass die US-Episkopalkirche ihren Entscheid zugunsten von Trauungen gleichgeschlechtlicher Paare rückgängig machen oder aus der Weltkirche austreten muss.

Liberale verlieren an Einfluss

Michael Curry, leitender Bischof der US-Episkopalkirche, sprach von einem schmerzlichen Entscheid: «Für die Jünger Jesus in unserer Kirche, die schwul oder lesbisch sind, wird das weitere Schmerzen verursachen.» Für viele sei der Entscheid der Kirche, gleichgeschlechtliche Paare zu trauen, ein Zeichen der Liebe gewesen.

Die anglikanische Kirche hat nach eigenen Angaben weltweit 85 Millionen Mitglieder in 165 Ländern. Die US-Episkopalkirche ist mit zwei Millionen Mitgliedern vergleichsweise klein. Während in den liberalen Kirchen der USA und Grossbritanniens die Mitgliederzahlen sinken, wachsen die anglikanischen Kirchen vor allem in Afrika. Diese konservativen Kirchen können einen Anspruch auf Richtungsführung allein mit der Mitgliedstärke begründen, sagte der Religionshistoriker Philip Jenkins der «Washington Post».

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