BBC-Redaktionen haben innert Jahresfrist die Frauenanteile in ihren Beiträgen deutlich erhöht. © BBC

BBC-Redaktionen haben innert Jahresfrist die Frauenanteile in ihren Beiträgen deutlich erhöht.

Deshalb haben Frauen in der BBC jetzt mehr zu sagen

fs / 25. Jun 2019 - In Beiträgen der BBC kommen deutlich mehr Frauen zu Wort als noch vor einem Jahr. Grund ist ein Wettbewerb.

Vor einem Jahr lancierte die britische Rundfunkanstalt BBC den internen Wettbewerb «50:50». Ziel ist es, bis 2020 in den Beiträgen einen Frauenanteil von 50 Prozent bei den Protagonistinnen und Protagonisten zu erreichen. Abstriche an der inhaltlichen Qualität soll es nicht geben. Es sollen immer die Besten zu Wort kommen. Zu den Protagonistinnen und Protagonisten gehören alle Personen, welche eine Redaktion auswählen kann, also beispielsweise Interviewpartnerinnen, Expertinnen, aber auch Kommentatorinnen und Reporterinnen. Nicht dazu gehört beispielsweise eine Premierministerin, die im Parlament spricht.

Tägliche Statistik

Mehr als 500 Teams von Sendungen der BBC und der BBC-Digitalredaktion haben sich bisher entschieden, freiwillig am Wettbewerb teilzunehmen. Sie erheben jeden Tag die Frauenanteile in ihren Beiträgen. Diese vergleichen sie jeden Monat mit den Frauenanteilen in den Beiträgen der anderen teilnehmenden Redaktionen. Dies soll die Redaktionen motivieren, mehr Frauen zu Wort kommen zu lassen.

Erfreuliche Bilanz

Kürzlich zog die BBC nach einem Jahr eine erfreuliche Bilanz: Vor einem Jahr startete der Wettbewerb mit knapp 100 Redaktionen. Nur eine von vier dieser Redaktionen erreichte damals einen Frauenanteil von 50 Prozent bei den Protagonistinnen und Protagonisten der Beiträge. Ein Jahr später waren es drei von vier dieser Redaktionen. Zum Erstaunen von BBC-Chef Tony Hall gelang es auch Sportredaktionen und dem englischsprachigen Sender BBC Arabic, die Frauenanteile in den Beiträgen zu erhöhen. Die Redaktionen widerlegten das gängige Argument, dass es zu wenig Frauen als Expertinnen gebe. Tony Hall: «Dieser Wettbewerb zeigt, was man erreichen kann.»

«Es geht um einen Kulturwandel»

Mittlerweile haben andere Medien wie die «Financial Times», «Fortune» und der Sender «ABC News» den 50:50-Wettbewerb übernommen. BBC-Nachrichtenchefin Francesca Unsworth: «Es geht um nicht weniger als um einen Kulturwandel.» Die Idee für den Wettbewerb hatte BBC-Nachrichten-Moderator Ros Atkins. Anlass war eine Nachrichtensendung, in der keine einzige Frau zu Wort kam. Seine Sendung «Outside Source» hat mittlerweile das 50:50-Ziel erreicht.

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