Die «Frauen der Klagemauer» haben erfolgreich für die Gleichberechtigung an der Klagemauer gekämpft. © wow

Die «Frauen der Klagemauer» haben erfolgreich für die Gleichberechtigung an der Klagemauer gekämpft.

Gleichberechtigung an der Klagemauer

fs / 12. Feb 2016 - Fast 30 Jahre lang haben Jüdinnen dafür gekämpft, an der Klagemauer beten zu dürfen. Jetzt haben sie ihr Ziel erreicht.

Frauen und Männer dürfen an der Klagemauer in Jerusalem künftig gemeinsam beten. Das hat die israelische Regierung gegen die Stimmen der ultraorthodoxen Minister beschlossen. Diese blockierten den Entscheid nicht mit einem Veto, um die Koalitionsregierung nicht zu gefährden, berichtet die «Jerusalem Post».

Staat hat das Sagen

Ab dem Sommer wird der Gebetsplatz an der Klagemauer erweitert. Der neue Abschnitt wird für betende Frauen und Männer freigegeben. Die Frauen dürfen dort wie die Männer in religiösen Gewändern laut beten und aus der Thora vorlesen. Dieser Abschnitt der Klagemauer steht unter Leitung einer Aufsichtsbehörde, deren Mitglieder zur Mehrheit der Ministerpräsident ernennt.

Geschlechtergetrennte Abschnitte

Die Klagemauer ist die wichtigste heilige Stätte des Judentums. Sie war bisher in zwei geschlechtergetrennte Abschnitte aufgeteilt und stand ganz unter Aufsicht der orthodoxen Juden. Diese beiden Abschnitte bleiben unverändert bestehen.

Die Sektion für Frauen ist deutlich kleiner als diejenige für Männer und Frauen dürfen dort nur leise beten. Frauen, die laut beten und religiöse Gewänder tragen, entweihen nach Ansicht der Fundamentalisten die Klagemauer.

Rabiate Ultraorthodoxe

Fast 30 Jahre lang hatten die «Frauen der Klagemauer» jeden Monat demonstriert und gleichberechtigten Zugang verlangt. Liberale Juden unterstützten diese Forderung. Die Demonstrationen endeten oft mit Handgreiflichkeiten zwischen Ultraorthodoxen und den Aktivistinnen. Ihre Regeln konnten die Fundamentalisten auch mit Hilfe der Polizei durchsetzen. Diese verhaftete Aktivistinnen und berief sich dabei auf ein Urteil des Höchstgerichtes, das allerdings später revidiert wurde.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

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