Shahla Sherkat, Herausgeberin der Zeitschrift «Zanan-e Emrooz». © ICHRI

Shahla Sherkat, Herausgeberin der Zeitschrift «Zanan-e Emrooz».

Iran erteilt feministischer Zeitschrift wieder Lizenz

bbm / 12. Jun 2014 - «Zanan» erscheint nach sechs Jahren Unterbruch seit kurzem wieder. Das gilt als positives Zeichen für die Frauenrechte im Iran.

Unter dem neuen Namen «Zanan-e Emrooz» (Heutige Frauen) ist die Zeitschrift gedruckt und online erhältlich, berichtet die US-Plattform «Women's eNews». Die rechtliche Diskriminierung der Frauen im Iran, Gewalt gegen Frauen und ihre Abwesenheit im Sport sind einige Themen der ersten Ausgabe. Und in Interviews kommen renommierte iranische Frauenrechtsaktivistinnen zu Wort.

Informationen über Tabu-Themen

Herausgeberin ist die Gründerin Shala Sherkat. Sie zählt zu den Anhängerinnen des Reformislams, die aufgrund des Korans die Gleichstellung fordern. Die Journalistin und Frauenrechtsaktivistin, die immer ein Kopftuch trägt, hat «Zanan» 1992 gegründet. In der Monatszeitschrift informierte Shala Sherkat ihre Leserinnen über Tabu-Themen wie Frauenrechte, Sexualität und Behördenwillkür.

Intolerante Pressebehörde

Der iranischen Pressebehörde war dies stets ein Dorn im Auge. Sie bot deshalb die Herausgeberin regelmässig zu Befragungen auf. Shala Sherkat sagte 2007 in einem Interview, sie müsse bei jedem Artikel abwägen, ob er die Existenz von «Zanan» gefährde oder nicht. Anfang 2008 entzog die Pressebehörde «Zanan» schliesslich die Lizenz. Mit «moralisch fragwürdigen» Informationen habe die Zeitschrift die «seelische Gesundheit» der Gesellschaft gefährdet, begründete die Behörde die Schliessung. Shala Sherkat arbeitete seither in der PR-Abteilung von Samsung Iran. Sie bedauerte immer wieder öffentlich die Schliessung von «Zanan» und sprach von einem Kind, das sie damit verloren habe.

Positives Zeichen

Das Wiedererscheinen der feministischen Zeitschrift sei ein positives Zeichen für die Frauenrechte im Iran, schreibt «Women's eNews». Auch die Facebook-Seite «Heimliche Freiheit» ermutige Frauen, patriarchale Regeln zu brechen. Auf dieser Seite rufen mutige Iranerinnen zum Kopftuch-Boykott auf und zeigen sich ohne Kopftuch. «Heimliche Freiheit» hat mittlerweile fast 500’000 Likes.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Neben den Abonnements-Einnahmen machen dies Spenden möglich.

Mit Kreditkarte oder Paypal - oder direkt aufs Spendenkonto
CH72 0900 0000 8001 5320 8 (CHF)
DE35 7001 0080 0058 5958 07 (Euro)
BIC: PBNKDEFF

Noch keine Meinungen

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein, um Ihre Meinung zu äussern. Wir möchten Missbräuche anonymer User möglichst vermeiden. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern.