Katholikinnen fordern weibliche Kardinäle

fs / 18. Okt 2013 - Papst Franziskus soll Frauen ins Kardinalsamt berufen. Das fordern renommierte Theologinnen und Theologen in einer Petition.

Frauen sollen bei wichtigen Entscheiden in der römisch-katholischen Kirche mitreden, sagt der Papst. Katholikinnen und Katholiken nehmen ihn beim Wort und fordern weibliche Kardinäle, damit sie aktiv wichtige Entscheide der römisch-katholischen Kirche mitprägen können. Dies verlangt eine Petition, die international renommierte Theologinnen und Theologen aus Europa und den USA, Ordensleute und Laiinnen und Laien unterzeichnet haben. Initiantin ist die katholische Theologin Helen Schüngel-Straumann.

Kardinäle beraten und wählen den Papst

Das Kardinalskollegium ist das beratende Gremium des Papstes und das entscheidende Gremium für die Neuwahl eines Papstes. Die Petition erinnert daran, dass der Papst bis ins 19. Jahrhundert gelegentlich auch Männer in dieses Gremium berief, die keine Priesterweihe hatten. Papst Franziskus könne Frauen von der Weihe dispensieren, die das Kirchenrecht als Voraussetzung verlangt, und müsse diesen Spielraum nutzen, heisst es in der Petition. «Weder in der Bibel noch in der Dogmatik und der kirchlichen Tradition spricht irgendein Argument dagegen, das den Papst daran hindern könnte, eine solche Massnahme baldmöglichst in die Tat umzusetzen.»

Frauen sollen mitentscheiden

Mehr als die Hälfte aller Mitglieder der Kirche seien Frauen. «Aber diese Mehrheit wird wie eine Minderheit behandelt.» Mit der Berufung einer «angemessenen Zahl» von Frauen ins Kardinalsamt könne Papst Franziskus dafür sorgen, dass die Mehrheit der Kirchenmitglieder künftig an «wichtigen Entscheidungen und der nächsten Papstwahl» aktiv mitmachen kann. In der katholischen Kirche gebe es viele hoch qualifizierte Frauen, die sich in Theorie und Praxis für das Evangelium einsetzen. «An wichtigen Entscheidungen werden sie aber nicht beteiligt, sodass eine höchst ungleiche und ungerechte Situation in der katholischen Kirche besteht.»

«Patriarchalismus» überwinden

Es sei im Sinne der jesuanischen Botschaft der Gerechtigkeit, Frauen zu Kardinälen zu ernennen. Der Papst könne damit zeigen, «dass die katholische Kirche nicht so frauenfeindlich ist, wie sie oft dargestellt wird».

Wenn die Kirche jedoch den «Patriarchalismus in Theorie und Praxis» nicht überwinde und den Frauen nicht an entscheidenden Stellen die Mitsprache ermögliche, werde sie «immer mehr kompetente und engagierte Frauen verlieren».

Prominente Erstunterzeichnerinnen

Zu den Erstunterzeichnerinnen und -unterzeichnern der Petition gehören die feministischen Theologinnen Elisabeth Schüssler Fiorenza und Teresa Berger, Margit Eckholt, Professorin an der Universität Osnabrück, die Ordensfrauen Irene Gassmann und Ingrid Grave, der Neutestamentler Walter Kirchschläger und der Pastoraltheologe Michael Raske.

Papst Franziskus hat in einem Aufsehen erregenden Interview gesagt, dass Frauen eine grössere Rolle in der römisch-katholischen Kirche spielen und an wichtigen Entscheidungen beteiligt werden sollten.

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Die Petition kann online unterzeichnet werden

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Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

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