Meinungen, die Leserinnen schreiben, sind in Medien selten. © FI

Meinungen, die Leserinnen schreiben, sind in Medien selten.

Mehr Frauenstimmen auf Meinungsseiten

fs / 07. Feb 2019 - Frauen kommen auf Meinungsseiten seltener zu Wort. Die «New York Times» will dies ändern.

Seiten in Medien mit Meinungen von Leserinnen und Lesern dominieren Männer mittleren Alters. Die «New York Times» will jetzt die Vielfalt auf ihrer Meinungsseite fördern und hat sich zu einem Frauenanteil von 50 Prozent im Wochendurchschnitt verpflichtet. In einem Jahr will die zuständige Redaktion den Leserinnen und Lesern berichten, ob sie dieses Ziel erreichen konnte.

Keine Statistiken

Anlass war der Brief einer Leserin. Sie wundere sich, schrieb Kimberly Probolus, dass auch 2019 die «New York Times» nicht mehr Meinungen von Frauen veröffentliche. Es gebe keine Statistiken, wie hoch der Frauenanteil bei den eingegangenen Meinungen ist. Es sei deshalb unmöglich zu sagen, ob Frauen sich seltener äussern oder Vorurteile der Redaktion sie bremsen.

«Gesellschaft besser widerspiegeln»

In ihrer Antwort schreibt die Redaktion, dass «schätzungsweise» nur ein Viertel bis ein Drittel der eingegangenen Meinungen von Frauen sind. Auch unaufgefordert eingesandte Kolumnen und Online-Kommentare kämen hauptsächlich von Männern. Die Redaktion wähle die Meinungen, die in der Zeitung publiziert werden, «unabhängig vom Geschlecht» aus. «Aber wir sind für das Ungleichgewicht sensibilisiert und als Redaktion eines Meinungsforums wollen wir erreichen, dass dieses die ganze Gesellschaft besser widerspiegelt. Wir wollen vorwärts machen und verpflichten uns deshalb, im Wochendurchschnitt Geschlechterparität zu erreichen.»

Appelle an Frauen

Die Redaktion will zu diesem Zweck die Meinungen einer neuen Gruppe von Leserinnen berücksichtigen. Bisher wählte sie aus den Zuschriften aus, die sie per Post oder E-Mail erhielt. Neu will sie auch Kommentare in sozialen Netzwerken und zu Newslettern berücksichtigen. «Wir brauchen Ihre Hilfe. Wir appellieren deshalb an Frauen und alle anderen, die sich untervertreten fühlen, uns zu schreiben.» Auch Leserin Kimberly Probolus richtete einen Appell an Frauen. Die eigene Meinung mitzuteilen, sei ein politischer Akt in einer Gesellschaft, die Frauen immer noch diskriminiere. Frauen sollen sich nicht entmutigen lassen, wenn sie dafür kein Lob erhalten oder ihre Meinung nicht veröffentlicht wird. Es gehe darum, unabhängig von solchen Erwartungen die eigene Meinung zu äussern.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

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