Museums-Besucherin mit Datenhandschuh, der Wege, Verweildauer und Herzfrequenz aufzeichnet. © eMotion

Museums-Besucherin mit Datenhandschuh, der Wege, Verweildauer und Herzfrequenz aufzeichnet.

Museen: Frauen suchen Bildung – Männer Unterhaltung

fs / 26. Okt 2015 - Ausstellungen in Museen nehmen Frauen und Männer unterschiedlich wahr. Einzig Porträts interessieren beide Geschlechter.

Frauen und Männer haben unterschiedliche Erwartungen an einen Museumsbesuch und sie nehmen Ausstellungen unterschiedlich wahr. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen. Das Forschungsteam unter Leitung des Kulturwissenschaftlers Martin Tröndle hat die Aussagen von Besucherinnen und Besuchern analysiert und körperliche Reaktionen während des Ausstellungsbesuchs gemessen.

Datenhandschuh dokumentiert Museumsbesuch

Für die Studie war im Kunstmuseum St. Gallen eine Ausstellung konzipiert worden. Sie zeigte Werke verschiedenster Gattungen aus 120 Jahren Kunstgeschichte: Ölgemälde, Skulpturen, Zeichnungen, Drucke. Das Forschungsteam befragte rund 600 Ausstellungsbesucherinnen und -besucher vor und nach dem Museumsbesuch. Ein Datenhandschuh dokumentierte während des Ausstellungsbesuchs Wege, Positionen, Verweildauer vor einem Kunstwert und die Herzfrequenz.

Frauen lesen mehr Informationen

Einige Ergebnisse:

  • Frauen gaben an, mit einem Museumsbesuch ihr Kunstverständnis vertiefen und sich emotional und intellektuell mit dem Werken auseinandersetzen zu wollen. Männer gaben an, Unterhaltung zu suchen.
  • Laut der Befragung sind die Informationstafeln zu den Kunstwerken für Frauen wichtiger als für Männer. Die Messungen ergaben, dass Frauen sich durchschnittlich doppelt so viel Zeit für das Lesen der Texttafeln nehmen wie Männer.
  • Porträts interessieren Frauen und Männer besonders. Allerdings schauen Frauen lieber Porträts von Frauen und Männer Porträts von Männern an. Tröndle erklärt dies mit einem hohen Interesse an «Selbst-Aktualisierung und Selbst-Identifikation».
  • Gekritzelte Notizen eines Künstlers machen Männer viel neugieriger als Frauen. Tröndle spricht von «Reviermarkierungen», die Männer mehr interessieren als historische Gemälde.
  • Die ungewöhnliche Positionierung eines Bildes nehmen vor allem die Ausstellungs-Besucherinnen wahr. Die meisten Männer gehen vorbei.
  • Während des Museumsbesuchs sind Frauen häufiger emotional bewegt als Männer, wenn sie ein Kunstwerk betrachten.

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keine

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