BBC-Chef Tony Hall (4. v.r.) will den Frauenanteil im TV- und Radiosender erhöhen. © BBC

BBC-Chef Tony Hall (4. v.r.) will den Frauenanteil im TV- und Radiosender erhöhen.

Renommiertes Medienhaus beschliesst Frauenquote

fs / 03. Mai 2016 - Bis 2020 will der TV- und Radiosender die Hälfte aller Stellen mit Frauen besetzen. Damit soll die Bevölkerung besser repräsentiert werden.

Die Frauenquote der britischen BBC gilt für alle Stellen vor und hinter der Kamera oder dem Mikrophon und auch für die Führungspositionen. Bei den Mitarbeitenden hat die BBC die Frauenquote schon fast erreicht: Zurzeit beträgt der Frauenanteil 48 Prozent. In den Führungsgremien hingegen ist er mit 41 Prozent noch zu tief.

Bevölkerung repräsentieren

Der Sender begründet die freiwillige Quote damit, dass er die britische Bevölkerung besser repräsentieren wolle. Die BBC habe Fortschritte gemacht, aber es bleibe noch «mehr zu tun». Insbesondere die oppositionelle Labour Party hat immer wieder kritisiert, dass die BBC bei ihren Bemühungen um mehr Vielfalt nicht schnell genug vorwärts mache.

Umfassende Analyse

Weltweit sind Medien weit davon entfernt, Frauen angemessen zu repräsentieren. Dies zeigt die umfassendste Analyse über die Präsenz von Frauen in den Medien. Das «Global Media Monitoring Project» wird seit 1995 alle fünf Jahre durchgeführt. Es liefert eine Momentaufnahme der tagesaktuellen Medien. Dafür erheben Mitarbeiterinnen in über 100 Ländern an einem Stichtag die Zahl der Frauen und Männer, die in den Nachrichten zu sehen oder zu hören sind und von denen zu lesen ist. Sie erfassen auch, in welchen Rollen und Funktionen Frauen in den beobachteten Medien arbeiten.

Stagnierende Frauenanteile

Die Ergebnisse der letzten weltweiten Erhebung 2015 sind kürzlich veröffentlicht worden. Danach sind Frauen als Reporterinnen weiterhin deutlich untervertreten (37%). Recht hoch sind die Frauenanteile einzig bei den Nachrichtensprecherinnen im Radio (41 Prozent) und Fernsehen (57 Prozent). Beide Anteile stagnieren jedoch seit Jahren. Auch inhaltlich sieht es düster aus: Drei Viertel der tagesaktuellen Nachrichten beziehen sich auf Männer. Frauen werden lediglich in 24 Prozent der Nachrichten erwähnt. Dieser Anteil ist auf globaler Ebene in den letzten fünf Jahren unverändert tief geblieben.

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