Die Meinungen zum Kopftuch für Mädchen gehen diametral auseinander. © LI

Die Meinungen zum Kopftuch für Mädchen gehen diametral auseinander.

Kontroverse um Kopftuch-Verbot für Mädchen

fs / 05. Sep 2017 - Gegnerinnen von Kopftüchern für Mädchen weisen den Vorwurf des Rassismus zurück. Man dürfe Frauenrechte nicht relativieren.

«Terre des Femmes» Deutschland fordert ein gesetzliches Kopftuch-Verbot für Kinder im öffentlichen Raum, vor allem in Betreuungs- und Ausbildungsinstitutionen. Kritikerinnen aus den eigenen Reihen warfen der Frauenrechtsorganisation Rassismus vor.

Rassismus-Vorwurf

In einem offenen Brief hat «Terre des Femmes» nun erwidert, Frauenrechte dürfe man nicht relativieren. Der Vorwurf, ein Kopftuch-Verbot für Kinder schüre Rassismus, sei eine «nicht belegte und nicht kausal belegbare Behauptung». Damit förderten die Kritikerinnen eine islamistische Agenda und nicht die Universalität der Menschenrechte. Der politische Islam sorge dafür, «dass bereits immer jüngere Mädchen heute schon ’bedeckt’ sind – und dass diese selbst sowie noch unverschleierte muslimische Mädchen immer weniger die Möglichkeit haben, sich dem Druck aus der ’Community’ zu entziehen».

Eigener Rassismus

Die Kritikerinnen eines Kopftuch-Verbotes für Kinder versuchten mit dem Rassismus-Vorwurf insbesondere muslimisch sozialisierte Mitfrauen von «Terre des Femmes» mundtot zu machen. «Weil diese es sich nicht nehmen lassen, sich engagiert für universale Frauenrechte einzusetzen und mit belegbaren Argumenten gegen islamistische Einflüsse auf Staat, Politik und Gesellschaft aufzuklären.» Der pauschale Rassismus-Vorwurf sei eine «verbrämte Form, den eigenen paternalistisch motivierten Rassismus» zu kaschieren.

Gegen Relativierung der Frauenrechte

«Terre des Femmes» setze sich gegen jegliche Relativierung der Menschenrechte «aller Mädchen und Frauen» ein, heisst es weiter im offenen Brief. Die Frauenrechtsorganisation habe stets «den Finger in die Wunde gelegt» und werde dies auch weiter tun: «Überall dort, wo die fundamentalen Rechte von Mädchen und Frauen verletzt werden, Einspruch einlegen, Emanzipation fördern und für das Recht aller Mädchen und Frauen auf Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und Freiheit kämpfen.»

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

Weiterführende Informationen

Offener Brief «Feminismus bleibt unbequem»

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4 Meinungen

was ist der unterschied zwischen zwang zum kopftuchtragen und verbot (zwang zum nicht-kopftuchtragen)? ursula sigg
Ursula Sigg, am 05. September 2017 um 12:14 Uhr
Es wäre wichtig darauf hinzuweisen, dass es sich hier um Terre des Femmes Deutschland handelt. Regula Kolar
Regula Kolar, am 11. September 2017 um 09:51 Uhr
@Sigg
Das Kopftuch macht die Trägerin zu einem Sexualobjekt, das sich verhüllen muss (weil sich Männer nicht beherrschen können). In diesem Fall werden also verhüllte Mädchen bereits im Kinderalter sexualisiert.
Sowohl für das Schutzalter wie auch die religiöse Mündigkeit gilt in der Schweiz übrigens Alter 16.
Weshalb dürfen muslimische Mädchen nicht genauso unbeschwert Mädchen sein, wie westeuropäische Mädchen, wenn sie schon in dieser Weltregion aufwachsen?
Susanne Maeder, am 16. September 2017 um 20:22 Uhr
Ein gesetzliches Verbot verhilft den Mädchen und Frauen die Fesseln der patriarchalen Bande zu durchtrennen ohne sich intrafamiliär zu widersetzen und Gefahr zu laufen abgestraft zu werden.
Ein wichtiger Schritt zur Eigenständigkeit der Frauen.
Katja Müggler
Katja Müggler, am 03. Oktober 2017 um 14:22 Uhr

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