Beyoncé bei ihrem Auftritt an den MTV Awards. © BK

Beyoncé bei ihrem Auftritt an den MTV Awards.

Popstar propagiert Feminismus

bbm / 05. Sep 2014 - US-Popsängerin Beyoncé Knowles hat sich bei den MTV Awards als Feministin bezeichnet. Das löste eine Kontroverse aus.

Beyoncé gehört derzeit zu den einflussreichsten Popstars der Welt. Vor einem Millionenpublikum im Saal und vor den Bildschirmen hat sie während ihres Auftrittes anlässlich der Verleihung der MTV Video Music Awards in grossen Buchstaben das Wort «Feminist» auf die Bühne projiziert. Dazu sang sie ihren Hit «Flawless» (makellos). Darin ist die Stimme der nigerianischen Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie zu hören: «Feministin ist eine Person, die an die politische, soziale und wirtschaftliche Gleichheit der Geschlechter glaubt.» Dieser Moment gab anschliessend sogar mehr zu reden, als die provozierenden Auftritte anderer Stars wie Miley Cyrus, die einen Obdachlosen zur Preisverleihung delegiert hatte.

Geldgieriger Star

Auf Twitter sagten Kritikerinnen, Beyoncé sei als Feministin unglaubwürdig. Ihr Auftritt sei bloss Show gewesen. Die Frauen verführe sie mit Gleichberechtigungsparolen und die Männer mit halbnackten Auftritten. Sie sei ein geldgieriger Star und keine moderne Feministin.

Seit Jahren Feministin

Andere erwiderten, im Feminismus gebe es keine Kleidervorschriften und es sei nicht anstössig, wenn Frauen viel Geld verdienen. Beyoncé habe sich selbstbewusst als Feministin definiert. Es sei wichtig, dieses Wort gerade bei einem jungen Publikum vom negativen Image zu befreien. Beyoncé spreche seit Jahren in Interviews über Sexismus und engagiere sich öffentlich für Gleichberechtigung. Der Popstar unterstützt unter anderem die Kampagne «Ban Bossy», die für diskriminierende Sprache sensibilisieren will.

Vollständige Frau

Die junge Autorin Meredith Haaf schrieb in der «Süddeutschen Zeitung», Beyoncé sei eine Feministin, weil ihr Engagement nicht neu und deshalb nicht berechnend sein könne. «Was Beyoncé derzeit besser als allen anderen gelingt, ist ihre Selbstinszenierung als vollständige Frau. Das ist in einer Industrie, in der für jede Frau eine ganz bestimmte Rolle vorgesehen ist – Sexgöttin oder Party-Girl, Heilige oder Teufelette – an sich schon bemerkenswert.» Sie zeige sich als Frau, die wie andere unter dem Druck der Schönheit leide und sich trotzdem makellos findet. Als Frau, die ihren Mann und ihre finanzielle Unabhängigkeit liebe. Und als sexuell attraktive und begehrenswerte Frau.

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