Lauren Southern rechtfertigt sich im Video «Why I’m not married». © LS

Lauren Southern rechtfertigt sich im Video «Why I’m not married».

Rechte Frauen kritisieren Attacken aus eigenen Reihen

fs / 23. Jan 2018 - Prominente rechte YouTuberinnen werfen Gesinnungsgenossen vor, sie zu mobben. Sie reklamieren Frauenrechte, gegen die sie bei anderer Gelegenheit hetzen.

Die Videobloggerin Tara McCarthy beklagt sich über Twitter, dass ihre Gesinnungsgenossen sie nicht als gleichberechtigte Polit-Aktivistin wahrnehmen: «Frauen in der Alt-Right werden permanent von anonymen Trollen belästigt, die versuchen uns zu sagen, wo wir hingehören. Frauen jeden Alters, egal ob sie Kinder haben oder nicht, werden aus den verschiedensten Gründen belästigt. Das Ziel scheint zu sein, uns aus dem Internet wegzumobben.» Die Männer müssten sich entscheiden, ob sie dieses Verhalten tolerieren wollen oder nicht: «Wenn ihr wollt, dass mehr Frauen öffentlich über Ethno-Nationalismus reden, solltet ihr euch für letzteres entscheiden.» In einem weiteren Tweet schreibt sie: «Das Problem ist nicht, dass es Trolle im Internet gibt. Das Problem ist, dass Leute, die angeblich auf unserer Seite sind, versuchen, Frauen aus unserer Bewegung niederzumachen. Wenn ihr nicht erkennt, warum das dysfunktional ist, kann ich euch nicht helfen.»

Rechtfertigung für Single-Dasein

Lauren Southern wurde von Gesinnungsgenossen angefeindet, weil sie nicht verheiratet ist und keine Kinder hat. Ende letzten Jahres rechtfertigte sie sich in Video-Beiträgen. Sie antworte eigentlich nie auf Posts, sagte sie. Doch jetzt habe sie so viele Kommentare erhalten, dass sie reagieren müsse. Sie sei mit 22 Jahren zu jung, um jemanden zu heiraten, den sie nicht wirklich liebe. Das sei für die Gesellschaft ebenso schlecht, wie wenn sie Kinder allein erziehen würde. Sie werde nicht heiraten, nur um in online-Kommentaren nicht mehr als degeneriert bezeichnet zu werden. Sie sei eine Befürworterin traditioneller Geschlechterrollen. Männer und Frauen seien grundsätzlich glücklich, wenn sie heiraten und Kinder bekommen. Es gebe aber Ausnahmen von der Regel und das müsse man akzeptieren. Es gebe Frauen, die ohne Kinder oder unverheiratet glücklicher seien oder keine Hausfrauen sein wollen. Das sei in Ordnung. Deswegen seien diese Frauen keine schrecklichen Menschen. Sie befehle niemandem, Kinder zu kriegen, weil das biologische Pflicht sei. Bei Familie gehe es nicht darum, sondern um Liebe und Beziehung.

Traditionelle Rollenbilder

Tara McCarthy und Lauren Southern gehören zu einer Gruppe von jungen YouTuberinnen, die unter anderem gegen den Feminismus hetzen und traditionelle Rollenbilder propagieren. Weil sie selber nicht diesen Bildern entsprechen, werden sie aus den eigenen Reihen attackiert und müssen sich rechtfertigen. Der Soziologe und Männerforscher Rolf Pohl sagte gegenüber den «Belltower.News – Netz für digitale Zivilgesellschaft», dass in der Rechten zwar diskutiert werde, ob die Frau nicht auch als Kämpferin an der Seite des Mannes stehen könne. Die Vormachtstellung des Mannes werde trotzdem nicht in Frage gestellt: «Zu den ideologischen Bausteinen des Rechtsextremismus und auch des Rechtspopulismus gehört das Bild der intakten Familie und das der klassischen Arbeitsteilung. Gleichzeitig wird propagiert, dass dieses Bild in der Auflösung begriffen oder schon längst systematisch abgeschafft worden ist.»

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

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