Plakat des Dokumentar-Films über die «Gulabi-Gang» © Kudos

Plakat des Dokumentar-Films über die «Gulabi-Gang»

Schlagkräftige Frauen-Gang

fs / 12. Jun 2014 - Tausende Inderinnen gehören der «Gulabi Gang» an. Diese setzt sich für Frauenrechte und soziale Gerechtigkeit ein.

Charakteristisch für die Mitglieder der «Gulabi Gang» sind pinkfarbene Saris und Bambusstöcke. Damit gehen die Aktivistinnen gegen korrupte und untätige Polizeibeamte vor. Die «Pinkfarbene Bande» ist im bevölkerungsreichen Bundesstaat Uttar Pradesh aktiv. Sie belagert Polizeistationen und Regierungsgebäude und blockiert Strassen, um die Rechte von Frauen armer Kasten durchzusetzen. In Indien ist sie landesweit bekannt.

Protest gegen untätige Beamte

Gegründet wurde die «Gulabi Gang» 2006 von Sampat Pal Devi. Die Mutter von fünf Kindern griff zum Stock und verprügelte mit Verstärkung einiger Dutzend Frauen einen untätigen Polizisten. Dies blieb keine Einzelaktion. Und immer mehr Frauen machten mit. Die Beamten werden erst verwarnt und wenn sie uneinsichtig sind, kommen die Aktivistinnen mit ihren Stöcken. Sampat Pal Devi: «Wir setzen unsere Stöcke erst ein, wenn unsere Selbstachtung mit Füssen getreten wird. Dann bekommen die Gesetzeshüter eine Kostprobe von der Wut der Frauen.» Ihre Taktik sei in Indien eine gängige Form des Protestes, sagt Amana Fontanella-Khan, die ein Buch über die «Gulabi Gang» geschrieben hat. Neu sei hingegen, dass Frauen ihr Leben selber in die Hand nehmen und nicht länger Opfer sein wollen.

Mitglieder sind «Unberührbare»

Mit ihrer physischen Präsenz und geschickter Publicity bringen die unzähligen Aktivistinnen untätige Beamte zum Handeln, stürzen korrupte Abgeordnete und ziehen brutale Verbrecher zur Verantwortung. Die Mitglieder der «Gulabi Gang» kommen mehrheitlich aus der untersten sozialen Gruppe der «Unberührbaren» und können weder lesen noch schreiben. Der Bande sollen mindestens 20'000 Frauen angehören.

Spaltung der Bande

In diesem Frühjahr setzten die Mitglieder die Gründerin und Leiterin der Bande ab, berichtet die «Times of India». Sie werfen Sampat Pal Devi Veruntreuung von Geldern und einen autoritären Führungsstil vor. Zudem habe sie die Interessen der Gruppe hinter ihre persönlichen politischen Ambitionen gestellt und vor drei Jahren ohne Wissen der Bande bei Wahlen kandidiert.

---

Amana Fontanella-Khan, Pink Sari Revolution, Die Geschichte von Sampat Pal, der Gulabi Gang und ihrem Kampf für die Frauen Indiens , Hanser 2014, ISBN 978-3-446-24503-7, Preis: EUR 19.90 / CHF 27.90.

---

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Neben den Abonnements-Einnahmen machen dies Spenden möglich.

Mit Kreditkarte oder Paypal - oder direkt aufs Spendenkonto
CH72 0900 0000 8001 5320 8 (CHF)
DE35 7001 0080 0058 5958 07 (Euro)
BIC: PBNKDEFF

Noch keine Meinungen

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein, um Ihre Meinung zu äussern. Wir möchten Missbräuche anonymer User möglichst vermeiden. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern.