Schweden: Umstrittener Kopftuch-Protest

fs / 18. Okt 2013 - Aus Solidarität mit einer schwer misshandelten Muslimin haben viele Schwedinnen Fotos von sich mit Kopftuch ins Internet gestellt.

Anlass für die Solidaritätsaktion war die Attacke auf eine schwangere Muslimin im Stockholmer Vorort Farsta. Ein Mann beschimpfte diese auf offener Strasse und schlug sie bewusstlos. Die Polizei geht von islamfeindlichen Motiven aus. Die Frau sei Opfer geworden, weil sie ein Kopftuch trug.

Prominente Schwedinnen mit Kopftuch

Die Attacke löste landesweit Entsetzen aus. Islamische Aktivistinnen um Fatima Doubakil gründeten die Gruppe «Hijabupporpet» («Hidschab-Aufschrei»). Diese rief dazu auf, als Zeichen der Solidarität mit dem Opfer, Kopftuch zu tragen und als Beleg Fotos in sozialen Medien zu posten.

Dem Aufruf folgten auch prominente Frauen aus Politik und Medien, berichtete das öffentlich-rechtliche «Sveriges Radio». Zu diesen gehörten unter anderen Fernsehmoderatorin Gina Dirawi und Gudrun Schyman, Gründungsmitglied und Vorsitzende der «Feministischen Initiative». Sie hat schwedische Männer schon als «Taliban» bezeichnet. Auch Veronica Palm, Vertreterin der Sozialdemokratischen Partei im schwedischen Parlament, und Åsa Romson, Vorsitzende der schwedischen Grünen, zeigten sich mit Kopftuch. Dieser Kopftuch-Protest hat unter Frauen eine Kontroverse ausgelöst.

Symbol der Unterdrückung

Überhaupt kein Verständnis dafür hat Dokumentarfilmerin Nahid Persson Sarvestani. Den Angriff auf die Muslimin zu verurteilen und zu ahnden sei eine Sache. Eine völlig andere sei es, mit Kopftuch zu protestieren. Nahid Persson Sarvestani: «Deswegen bin ich doch aus dem Iran geflohen. Das ist Unterdrückung, die Unterdrückung von Frauen», sagte sie im «Sveriges Radio». «Ich bin richtig wütend. Wie kann man so etwas machen?» Erklärte Feministinnen würden sich auf diese Weise ein Symbol der Unterdrückung zu eigen machen. «Die Männer haben dieses geschaffen, um uns Frauen zu kontrollieren.» In den Kommentarspalten der Medien wurde die Protestaktion ebenfalls kritisiert. Ein Grund dafür könnte die Person der Initiantin Fatima Doubakil sein, die als fundamentalistische Islamistin gilt und Osama bin Laden über Twitter schon zum Helden erklärt hat.

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