Die Menschenrechtsorganisation gibt sich im Video als Verteidigerin der Frauenrechte. © AI

Die Menschenrechtsorganisation gibt sich im Video als Verteidigerin der Frauenrechte.

«Amnesty kämpft für die Unterdrückung der Frauen»

fs / 25. Sep 2019 - Kritikerinnen werfen Amnesty International vor, Hijab, Nikab und Burka nicht als sichtbare Zeichen einer Politik anzuprangern, die Frauen entrechtet.

Ein englischsprachiges Video der Menschenrechtsorganisation hat im Sommer heftige Kritik auf Twitter ausgelöst. Unter dem Slogan «Frauen haben das Recht zu wählen, was sie anziehen», heisst es: «Aber warum bestehen dann so viele Regierungen darauf, Frauen vorzuschreiben, was sie anziehen sollen und was nicht?»

Schweiz und Frankreich am Pranger

Amnesty unterscheidet im Video nicht zwischen Kopftuch und Burka und wirft Demokratien mit frauenfeindlichen fundamentalistischen Regimes in einen Topf: Vom «Verbot der Vollverschleierung in Frankreich und der Schweiz bis zum Kopftuchzwang im Iran». Das Video endet mit einem Aufruf: «Regierungen, hört auf, Frauen zu sagen, was sie tragen sollen.» Nur in einer Fussnote unter dem Video heisst es, dass es in der Schweiz gar kein landesweites Burka-Verbot gibt.

«Schäme Dich, Amnesty»

Auf Twitter hagelte es Proteste. Daan Stubbe: «Eine Burka ist ein Symbol der Unterdrückung, KEIN Menschenrecht.» Eloise LeNesley: «Schäme Dich Amnesty. Diese verhüllten Frauen können nicht frei entscheiden, was sie tragen.» Majid Oukacha: «Die ‘mittelalterliche Propaganda‘ von Amnesty, die sich darüber beklagt, dass Frauen in Frankreich keine Burka tragen dürfen, ist surreal.» Andrea A. zeigte sich «sehr enttäuscht» von Amnesty: «Du kämpfst nicht für die Freiheit, sondern für die Unterdrückung von Frauen.» Sie werde Amnesty auf Twitter nicht mehr folgen: «Frauen sterben, weil sie für ihre Freiheit kämpfen. Amnesty verwehrt ihnen die Freiheit mit der Unterstützung fundamentalistischer Werte. Der Hijab hat nichts mit dem Islam, aber mit der Unterwerfung der Frauen zu tun. Schäme Dich, Amnesty!»

Unkritische Haltung gegenüber Islamisten

Amnesty International wirft man nicht zum ersten Mal eine unkritische Haltung gegenüber dem politischen Islam vor. 2010 suspendierte die Menschenrechtsorganisation die Abteilungsleiterin für Frauenrechte. Gita Sahgal hatte kritisiert, dass Amnesty mit einem Islamisten öffentlich auftrat, ohne sich klar von dessen Ideologie zu distanzieren. Amnesty seien die Menschenrechte von islamistischen Terrorverdächtigen wichtiger als die Menschenrechte der Opfer von Islamisten, sagte Sahgal damals.

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