Kampagne #NotTheCost: Gewalt darf nicht der Preis für politisch engagierte Frauen sein. © NDI

Kampagne #NotTheCost: Gewalt darf nicht der Preis für politisch engagierte Frauen sein.

Attacken gegen Politikerinnen sollen aufhören

bbm / 04. Apr 2016 - Gewalt darf nicht der Preis für Frauen sein, die sich politisch engagieren wollen. Eine Kampagne fordert Gegenmassnahmen.

Das überparteiliche US-Institut «National Democratic Institute for International Affairs (NDI)» hat die Kampagne #NotTheCost gestartet. Sie will bewusst machen, dass politisch aktive Frauen anders als Männer attackiert werden. Politikerinnen würden meist wegen ihres Geschlechtes angegriffen, sagt das NDI. Es kämen alle Formen von Gewalt vor: Körperliche, sexuelle, psychische, verbale und auch ökonomische Gewalt. Ziel sei es, Politikerinnen einzuschüchtern und Frauen davon abzuhalten, in die Politik zu gehen. Auch Politiker würden bedroht, aber nicht wegen ihres Geschlechtes.

«Kein Platz für Frauen»

Zwei Beispiele:

  • Susana Villarán ist während ihrer Zeit als Bürgermeisterin von Lima massiv bedroht und beschimpft worden. «Ziel war es, meinen Ruf zu zerstören und klar zu machen, dass das Bürgermeisteramt kein Platz für eine Frau wie mich ist, die in die männliche Welt der Politik und Macht eindringt.»
  • Die junge britische Labour-Abgeordnete Jess Philipps wird nach eigenen Angaben täglich bedroht, seit sie im Parlament über Frauenrechte spricht. «Einige Leute wünschen, dass ich vergewaltigt werde.»

Daten erheben

Statistiken gibt es nur wenige. In Afghanistan sind laut dem NDI bei den Wahlen 2010 neun von zehn aller Drohungen an die wenigen weiblichen Kandidatinnen gegangen. In Peru gaben vier von zehn Lokalpolitikerinnen an, wegen ihrer politischen Arbeit belästigt worden zu sein. Das NDI verlangt, weltweit Daten zu erheben über das Ausmass der Gewalt gegen politisch aktive Frauen. Diese müssten unterstützt und geschult werden, damit sie wissen, wie sie auf solche Attacken reagieren können. Frauen sollen in die Politik gehen können, ohne damit rechnen zu müssen, deshalb belästigt, bedroht und attackiert zu werden, sagt Madeleine Albright, NDI-Vorsitzende und frühere US-Aussenministerin.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

Weiterführende Informationen

Kampagne #NotTheCost

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Neben den Abonnements-Einnahmen machen dies Spenden möglich.

Mit Kreditkarte oder Paypal - oder direkt aufs Spendenkonto
CH72 0900 0000 8001 5320 8 (CHF)
DE35 7001 0080 0058 5958 07 (Euro)
BIC: PBNKDEFF

Eine Meinung

Androhung von Gewalt gegen die Familie von Politikerinnen gibt es auch mitten in Europa: kürzlich in Egg (Bundesland Vorarlberg)/Österreich, wo eine frisch gewählte Bürgermeisterin ihr Mandat zurücklegte.
Gaby Dallinger-Koenig, am 04. April 2016 um 14:55 Uhr

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein, um Ihre Meinung zu äussern. Wir möchten Missbräuche anonymer User möglichst vermeiden. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern.