Vertreterinnen der überparteilichen Allianz «Helvetia ruft!», die erfolgreich Frauen unterstützte. © Helvetaruft.ch

Vertreterinnen der überparteilichen Allianz «Helvetia ruft!», die erfolgreich Frauen unterstützte.

Frauen sorgen für «politische Sensation»

fs / 24. Okt 2019 - Im Schweizer Parlament schnellt der Frauenanteil auf 42 Prozent empor. Damit liegt die Schweiz europaweit auf Rang sechs.

Als «politische Sensation» bezeichnete die «Neue Zürcher Zeitung» nach den Parlamentswahlen den Anstieg des Frauenanteils im Nationalrat (Abgeordnetenkammer). Überraschend ist nicht der Vormarsch, aber dessen Ausmass: Der Frauenanteil steigt im Vergleich zur letzten Wahl 2015 von 32 auf 42 Prozent. Im Vergleich mit den anderen europäischen Ländern liegt die Schweiz damit neu an sechster Stelle, wie aus der aktuellen Statistik der Interparlamentarischen Union (IPU) über die Frauenanteile im Unterhaus nach nationalen Wahlen hervorgeht. Höhere Frauenanteile gibt es nur in Andorra, Spanien, Schweden, Finnland und Belgien.

Überparteiliche Kampagne

Im Vorfeld der Parlamentswahl in der Schweiz hatten sich Politikerinnen aller Parteien mit Vertreterinnen von Frauenorganisationen und weiteren Aktivistinnen zusammengeschlossen und die Kampagne «Helvetia ruft!» lanciert. Diese rief Frauen auf zu kandidieren und unterstützte Kandidatinnen im Wahlkampf. Entsprechend hoch war mit gut 40 Prozent der Frauenanteil bei den Kandidaturen. Besonders hoch waren die Frauenanteile mit über 50 Prozent bei den Grünen und der SP. Der grüne Wahlsieg gilt deshalb als weiterer Grund für den Anstieg des Frauenanteils bei den Gewählten.

Erfolge auch in Kantonen

Frauenanteile von 40 Prozent im Parlament gibt es seit diesem Frühjahr erstmals auch in zwei Kantonen (Zürich und Baselland). In Zürich war der Anstieg des Frauenanteils von 34 auf knapp 41 Prozent ebenfalls gross. Als mitverantwortlich für den Erfolg im Kanton Zürich gelten überparteiliche Aktionen von Frauen aus allen Parteien. Aus der Wahlanalyse geht zudem hervor, dass Wählerinnen und Wähler linker und konservativer Parteien auf den Wahllisten Frauen nicht wie früher benachteiligten, sondern auch bevorzugten. Ähnlich könnte es jetzt auf Bundesebene gewesen sein.

Rekord-Frauenanteil im EU-Parlament

Nach der Europawahl im Frühjahr ist der Frauenanteil im EU-Parlament von 36 auf das Rekordhoch von 41 Prozent gestiegen. Ein Grund dafür ist auch hier der Wahlerfolg der Grünen. Am grössten ist der Frauenanteil denn auch in der Fraktion Grüne/European Free Alliance mit über 50 Prozent. In allen anderen Fraktionen sind weniger als die Hälfte der Abgeordneten Frauen.

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