Frauenrechtsaktivistin Nahid Tavassoli (kleines Bild) will den Frauenanteil im Parlament erhöhen. © ro

Frauenrechtsaktivistin Nahid Tavassoli (kleines Bild) will den Frauenanteil im Parlament erhöhen.

Iran: Mutige Kampagne für mehr Frauen im Parlament

fs / 03. Feb 2016 - Im Iran finden Ende Februar Parlamentswahlen statt. Eine Kampagne prangert den marginalen Frauenanteil an.

Nur 9 der 290 Abgeordneten im iranischen Parlament sind Frauen. Diesen Frauenanteil von nur 3 Prozent prangern mutige Frauenrechtsaktivistinnen an. Mit der Kampagne «Veränderung des männlichen Gesichts des iranischen Parlaments» wollen sie erreichen, dass mindestens 50 Frauen gewählt werden und diese gewählten Frauen sich für Frauenrechte engagieren, berichtet das «Wall Street Journal».

Rote Karte für Konservative

Die Aktivistinnen haben einerseits konservative Kandidaten, die sich nicht für Frauenrechte engagieren, mit einer roten Karte angeprangert. Anderseits haben sie Parteien aufgefordert, mehr Frauen zu nominieren, und sie haben Frauen für die politische Arbeit geschult. Mit Erfolg: Der Frauenanteil bei den Kandidaturen war mit über 1200 höher als bei der letzten Wahl vor vier Jahren. Allerdings wurden viele vom konservativen Wächterrat nicht zur Wahl zugelassen. Diese Zensur traf auch liberale männliche Kandidaten. Ob mehr Sitze für Frauen im Parlament an der Politik etwas ändern, ist deshalb umstritten. Der iranische Wächterrat lasse nur regimetreue konservative Kandidaturen zu, sagen Kritikerinnen.

Diskriminierendes Familiengesetz

Der Iran diskriminiert Frauen in verschiedenen Bereichen. So brauchen Frauen, die das Land verlassen wollen, die Zustimmung ihres Ehemannes. Männer können sich einfacher scheiden lassen als Frauen. Und Ende letzten Jahres hat das Parlament ein Familiengesetz verabschiedet, das es ermöglicht, Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu diskriminieren. So müssen Arbeitgebende bei Stellenbesetzungen nun verheiratete Männer vor verheirateten Frauen bevorzugen, berichtet «Amnesty International». Aktivistinnen, welche diese frauenfeindliche Politik öffentlich kritisieren, müssen mit jahrelangen Haftstrafen rechnen. Viele leben deshalb mittlerweile im Ausland.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Neben den Abonnements-Einnahmen machen dies Spenden möglich.

Mit Kreditkarte oder Paypal - oder direkt aufs Spendenkonto
CH72 0900 0000 8001 5320 8 (CHF)
DE35 7001 0080 0058 5958 07 (Euro)
BIC: PBNKDEFF

Noch keine Meinungen

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein, um Ihre Meinung zu äussern. Wir möchten Missbräuche anonymer User möglichst vermeiden. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern.