Frauen sollen maximal ein Kind haben, fordern Zukunftsforscher. © pab

Frauen sollen maximal ein Kind haben, fordern Zukunftsforscher.

Kinderlose Frauen belohnen

bbm / 28. Sep 2016 - Kinderlose Frauen sollen eine Prämie von zehntausenden Dollar erhalten. Dies schlagen renommierte Wissenschaftler vor.

Der «Club of Rome» kritisiert seit Jahrzehnten das ungebremste Wachstum und fordert eine nachhaltige Entwicklung zum Schutz der Erde. Zwei renommierte Zukunftsforscher haben nun zuhanden dieser Vereinigung Vorschläge gemacht, wie reiche Industrienationen ihre Volkswirtschaften umbauen und mit wenig Wachstum soziale Ungleichheit, Erwerbslosigkeit und Klimawandel bekämpfen können.

Prämie für Kinderlose

Zu den Vorschlägen des norwegischen Zukunftsforschers Jørgen Randers und des britischen Ökonomen Graeme Maxton gehört ein finanzieller Anreiz, damit Frauen in reichen Industrienationen weniger Kinder bekommen. Frauen, die kein oder nur ein Kind haben, sollen zu ihrem 50. Geburtstag einen «Bonus von 80'000 Dollar» erhalten (71'000 Euro, 78'000 Franken). Heute sind die Anreize in den meisten Ländern umgekehrt: Steuervorteile und Subventionen sollen die Geburtenrate erhöhen.

«Strittige Massnahme»

Laut den beiden Wissenschaftlern ist die Verdoppelung der Weltbevölkerung in den letzten 50 Jahren der Hauptgrund für die fortschreitende Zerstörung der Erde. Ihrer Ansicht nach ist es schwierig, existierende Menschen zu überzeugen, sich einzuschränken. Hingegen könne man mit einem finanziellen Anreiz das Wachstum der Bevölkerung bremsen oder ins Negative kehren. Ihren Vorschlag einer Prämie für Kinderlose bezeichnen sie selber als «besonders unkonventionelle – und möglicherweise strittige – Massnahme». Trotzdem sei es nötig, «wenigstens darüber nachzudenken». Die Gesellschaft dürfe nicht «in Angst vor Veränderung verharren».

Unbezahlte Arbeit bezahlen

Um die Renten zu sichern, schlagen die Forscher vor, das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre anzuheben. Gleichzeitig soll die Jahresarbeitszeit verkürzt werden, damit mehr Menschen der erwerbsfähigen Bevölkerung auch eine Erwerbsarbeit haben. Weiter schlagen die Zukunftsforscher vor, dass aus unbezahlter Arbeit bezahlte Arbeit wird. Wer zum Beispiel Angehörige pflegt, soll dafür bezahlt werden.

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Jorgen Randers, Graeme Maxton, «Ein Prozent ist genug. Mit wenig Wachstum soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel bekämpfen», oekom Verlag, München 2016, ISBN: 978-3-86581-810-2, Preis: EUR 23.–/CHF 32.–.

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7 Meinungen

Da wird meines Erachtens das Ross am Schwanz aufgezäumt. Klar hat der «Club of Rome", der seit einigen Jahren in Winterthur domiziliert ist, bereits in den 70er Jahren eine Studie publiziert mit dem Titel «die Grenzen des Wachstums". Wachstum kann wohl eher gestoppt werden durch Armutsbekämpfung im Weltsüden, bzw. in Entwicklungs- und Schwellenländern als hierzulande, wo die Gerburtenrate bereits tief ist. Mehr Gerechtigkeit weltweit würde das Wachstum wohl eher bremsen.
Esther Gisler Fischer, am 05. Oktober 2016 um 15:45 Uhr
Ja, hallo(!) da kommen mal (neue) Ideen vom 'Club of Rome' zum Thema Wachstum/ enormes Bevölkerungswachstum (vor allem in den letzten 5o- 1oo Jahren);
ich bin überzeugt, dass die meisten Probleme in der heutigen Zeit durch das rasante Bevölkerungswachstum der letzten 5o- 1oo Jahre entstehen und entstanden sind; die Betonung liegt auf 'rasant bzw. 'schnell. Ich finde es wichtig, dass Menschen sich überlegen, dass ihre Zahl auch und insbesondere auf Kosten der Natur- und Tierwelt wächst, also gerade das, was wir künftigen Generationen ja so gerne möglichst intakt hinterlassen wollen... Die Lösung scheint mir im Grunde relativ einfach, sobald es ein grösseres Bewusstsein für dieses Thema gibt: Im Schnitt zwei Kinder (das heisst auch mal drei oder vier oder eben nur eins oder auch keins) Wer eine echte Grossfamilie will, soll doch bitte adoptieren!! Die künstliche Befruchtung und «eigenes Kind um jeden Preis» sehe ich mehr als kritisch. Egoistischer geht's wohl kaum. Ich mache übrigens keinen Unterschied zwischen Bevölkerungswachstum im Norden oder Süden bzw. «Weisse oder «Schwarze. Mensch bleibt Mensch. Aber auf jeden Fall sollte das Thema «Familienplanung» ins Bewusstsein ALLER dringen und auch unterstützt werden, auch bei den vielen Hilfsorganisationen. Nicht zuletzt durch Aufklärung, Bildung und gratis Verhütungsmittel. Für Frauen UND Männer!! Gruss Gabriela Lemmer
Gabriela Lemmer, am 06. Oktober 2016 um 10:58 Uhr
Des Rätsels Lösung liegt meines Erachtens tiefer: Der Wachstumsglaube, welcher nach wie vor unsere Medien bestimmt und Ausdruck ist eines Systemfehlers und das falsche Verständnis von dem, was landläufig als «Ökonomie» verstanden wird. Siehe dazu dieses erhellenden Interview: http://www.nna-news.org/de/nachrichten/artikel/care-oekonomie-als-ausweg-aus-den-krisen-der-gegenwart-2582/
Esther Gisler Fischer, am 08. Oktober 2016 um 11:36 Uhr
Ja, danke, ich werde den Artikel suchen. Bestimmt steht viel Interessantes und Wahres drin, vor allem wie es sein sollte, hätte sein/ werden sollen mit der Menschheit bzw. dem Wachstum etc. Jetzt leben wir aber im 21. Jahrhundert und die Realität ist aus den boden schiessende Stätte, Zubetonierung, Ressourcenmissbrauch und, und und.. Und das JETZT laufend auf Kosten von Umwelt und Tierwelt, nicht zuletzt auf Kosten der echten Lebensqualität des Menschen, der nunmal Teil der Natur ist (auch wenn er sich lossagen will irgendwie... Aber glücklich machts ja nicht.. sonst hätten wir nicht so viele Machtkämpfe und Kriege etc..
Ich stelle einfach generell die Frage; Kennen Sie (viele) Frauen, die wirklich freiwillig zwischen 15 und 45 alle zwei Jahre Kinder gebären wollen? Also warum nicht die Frauen (und Männer) unterstützen bei der Familienplanung mit Aufklärung, Bildung und gratis Verhütungsmitteln?! Mit der zeitweiligen Abstinenz/ Selbstbefriedigung ist ja nicht so... Vor allem nicht bei Männern, Zwinker!
Gabriela Lemmer, am 08. Oktober 2016 um 20:46 Uhr
Liebe Frau Lemmer
Ich weiss, es ist ernüchternd, dass wir zwar wissen, wo die Probleme liegen, der Faktor Mensch, bzw. seine Bequemlichkeit jedoch irgendwie dagegen steht.
Klar soll Familienplaung ein Thema sein; weltweit. Und doch kann es nicht sein, dass wir westlichen Frauen vorschreiben, wie viele Kinder sie haben.
Freundlch grüsst Sie
Esther Gisler Fischer.
Esther Gisler Fischer, am 09. Oktober 2016 um 09:04 Uhr
Hallo Frau Gisler Fischer
Also DIREKT vorschreiben will ich nicht, aber DIREKT BEWUSST machen -Und an die Realität des 21. Jahrhunderts erinnern, denn das scheint mir sehr nötig. Meine persönliche Meinung, die ich für sehr richtig und wichtig halte in diesem Punkt, ist, dass man bei Wunsch nach Grossfamilie sich um Adoptionen kümmert. Das ist bitter nötig bei den vielen elternlosen, vernachlässigten Kindern weltweit. Wichtiger als seine Gene völlig unkontrolliert jahre- und jahrzehntelang weiterzugeben Und damit eben am Ende -bei den heutigen Realitäten- Natur- und Tierwelt direkt und indirekt zu belasten, GERADE wenn man dies ja INTAKT hinterlassen will... Wahrscheinlich könnten wir ewig hin und herdiskutieren, vermute mal, dass wir uns sogar in der Mitte annähern, SMILE. Beste Grüsse vom Zürisee...
Gabriela Lemmer, am 09. Oktober 2016 um 13:25 Uhr
Bewusstsein ist immer gut. Danach handeln noch besser; -einverstanden!
Beste Grüsse aus dem mittleren Glattal.
Esther Gisler Fischer, am 17. Oktober 2016 um 10:50 Uhr

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